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Domat/Ems und WWF ziehen wegen Emser Altdeponie vor Obergericht
Die Gemeinde Domat/Ems sowie der WWF Graubünden ziehen wegen der stillgelegten Deponie Rusna da Furns vor das Bündner Obergericht. Dies nachdem der Kanton auf eine Beschwerde nicht eingetreten ist. Auslöser für den Rechtsstreit sind erhöhte Schadstoffwerte im Grundwasserpumpwerk Bagliel.
Im Grundwasser von Domat/Ems wurden in der Vergangenheit bei Messungen erhöhte Werte des krebserregenden Stoffes Trichlorethen festgestellt. Ob diese Werte mit der stillgelegten Deponie auf dem Gelände der Ems-Chemie zusammenhängen, ist nicht mit Sicherheit klar. Das Bündner Amt für Natur und Umwelt ordnete deshalb mit einer Amtsverfügung eine Überwachung der Deponie an. Das genügte der Gemeinde Domat/Ems und dem WWF Graubünden nicht. Sie legten im März 2025 Beschwerde beim zuständigen Departement für Erziehung, Kultur und Umwelt (EKUD) ein.
Das Departement tritt auf die Beschwerde nun gar nicht erst ein, wie der WWF und die Gemeinde Domat/Ems in einer Mitteilung schreiben und das EKUD gegenüber Keystone-SDA bestätigt. Es kommentiert den Fall aber nicht weiter.
Bündner Obergericht muss sich mit Fall befassen
Mit diesem Entscheid sind die Gemeinde und der WWF nicht einverstanden. Sie ziehen nun vor das Bündner Obergericht. Sie fordern weiterhin, dass die stillgelegte Deponie Rusna da Furns saniert werden muss. "Das mit der Amtsverfügung angeordnete Überwachungsprogramm, wonach die Deponie für weitere fünf Jahre lediglich überwacht werden soll, erachtet die Gemeinde als ungenügend", schreibt die Gemeinde in einer Mitteilung. Das Konzept sei nicht darauf ausgelegt, neue Erkenntnisse zu gewinnen und erlaube keine realistische Einschätzung des Risikopotenzials.
Ziel der Gemeinde sei es, dass die schädlichen Einwirkungen der Altlasten-Deponie Rusna da Furns auf das Grundwasser sowie die Gefährdung des Trinkwassers beseitigt würden. "Die Sanierung ist notwendig, um die Grundwasserreserve der Gemeinde langfristig zu sichern", lässt sich Gemeindepräsident Erich Kohler (Mitte) in einer Mitteilung zitieren. "Wir benötigen per sofort umfassende Analysen innerhalb des Deponie-Geländes, eine engmaschigere und grossflächige Echtzeitüberwachung im gesamten Umfeld sowie die Sanierung der stillgelegten Deponie."
Werde die Aufklärung weiter verzögert, bestehe das Risiko eines irreparablen Schadens für Mensch und Natur: "Einmal im Grundwasser, können die Stoffe nicht wieder abgebaut oder herausgefiltert werden", heisst es in der Mitteilung weiter. Die Gemeinde betont aber auch, dass die Grenzwerte für die Trinkwasserqualität aktuell eingehalten würden.

















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