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Sport
Keystone-SDA | Donnerstag, 06. Juni 2024

Dominic Lobalu will nach Freigabe befreit auftreten

Dominic Lobalu darf an der EM im Rom erstmals für die Schweiz auf Medaillenjagd gehen. Sein Trainer Markus Hagmann prognostiziert einen befreiten Auftritt mit Medaillenchancen über 5000 und 10'000 m.

Dominic Lobalu zählt zu den Weltbesten. Spätestens mit den Auftritten in der vergangenen Woche in Oslo und Stockholm ist auch den Sportbegeisterten ausserhalb der Leichtathletik klar geworden, dass Swiss Athletics für die EM in Rom ab Freitag einen weiteren starken Trumpf in den Händen hält. Der Schweizer Rekord über 5000 m (12:50,90) am Donnerstag sowie die nationale Bestmarke über 3000 m (7:33,68) am Sonntag samt packendem Endspurt gegen den Norweger Narve Gilje Nordas, den WM-Dritten über 1500 m, zeugen vom Potenzial des im Südsudan geborenen Läufers.

Trainer Markus Hagmann hat keine Bedenken, dass sein Schützling in Rom am Druck zerbricht - erst vor ein paar Wochen hat der 25-jährige Lobalu, der sich 2019 in Genf als Mitglied des Athlete Refugee Teams abgesetzt hatte, nach jahrelangem Kampf die Freigabe für die Titelkämpfe erhalten. "Aussenstehende sprechen immer von Druck, wenn man das Potenzial für Medaillen hat. Für uns geht es eher darum, das Potenzial jetzt auszuschöpfen. Dafür trainieren wir. Wir gehen für eine Medaillen nach Rom", betont Hagmann. Er sage Lobalu immer wieder, er solle seine natürliche Unbeschwertheit bewahren, sich keine Gedanken über Zeiten, Wetter oder Konkurrenz machen, sondern es einfach geniessen.

Der Ostschweizer hebt nebst der Laufleistung die eine grosse Stärke seines Schützlings hervor: "Dominic kann sein Talent dann abrufen, wann er es braucht. Er liefert fast immer ab. Seine Gegner haben mehr Angst vor ihm als er vor ihnen."

Starke Konkurrenz

Hagmann gibt allerdings zu bedenken, dass die Felder im Rom sehr stark besetzt sind. Drei weitere Läufer mit Bestzeiten unter 13 Minuten stehen am Samstagabend beim 5000-m-Lauf an der Startlinie, angeführt von Norwegens Weltmeister Jakob Ingebrigtsen. Selbst wenn Lobalu in einem Tempolauf liefert, ist eine Medaille nicht garantiert.

Und in einem taktischen Rennen wird es womöglich noch schwieriger. An die Grundschnelligkeit jener Athleten, die sonst als 1500-m-Läufer brillieren, kommt Lobalu nicht heran. "Wir haben die 1500-m-Bestzeit in den vergangenen Jahren um fünf Sekunden auf 3:35 Minuten gesenkt, aber andere sind da schneller", nennt der Trainer des LC Brühl St. Gallen ein paar Eckwerte. Aber in einem Endspurt, auch wenn er über zwei Bahnrunden gehe, halte Lobalu mit. "Letzthin hat er nach 15 Mal 300 m einen 800-m-Lauf noch in 1:55 Minuten gelaufen. Und eine 53er-Schlussrunde kann auch er abrufen."

Hagmann geht davon aus, dass in Rom der 5000-m-Lauf verhalten angegangen wird. "Da will sich keiner opfern. Und wenn dann einer die Nerven verliert, dann geht es los." Sie würden aber im Vorfeld die taktischen Varianten nicht gross durchspielen.

Zweiter Einsatz am Schlussabend

Über die 10'000 m am Schlussabend könnte eine hohe Gangart für die tempofesten Läufer wie Lobalu sprechen, weil ein paar endschnelle Gegner bereits vor den letzten der 25 Runden aus der Entscheidung fallen würden. Aber auch dieses Szenario macht es für Lobalu noch schwierig genug. Gemäss Entry List weisen sechs Athleten eine bessere 10'000er-Bestzeit auf als der Athlet von Swiss Athletics.

Hagmann mag auf solche Spekulationen nicht einsteigen. "Prognosen sind schwierig", sagt er. "Wem setzt die Hitze zu? Wer hat den Fünftausender gut verdaut? All das wissen wir noch nicht."

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