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Keystone-SDA | Dienstag, 25. August 2026

Drei Jahre Haft für Künstler von Mao-Skulpturen in China

Ein Gericht in China hat Berichten zufolge den chinesischen Künstler Gao Zhen, der für provokative Skulpturen des Revolutionsführers Mao Zedong bekannt ist, zu drei Jahren Haft verurteilt.

Das berichteten die "New York Times" unter Berufung auf Gaos Ehefrau und chinesische Menschenrechtler. Das Gericht in der nordchinesischen Stadt Sanhe verurteilte den 70-Jährigen laut dem chinesischen Menschenrechtsnetzwerk, weil er die Ehre von Helden und Märtyrern verletzt haben soll. Gao Zhen und sein jüngerer Bruder Gao Qiang, besser bekannt als die Gao-Brüder, wurden in den 2000er Jahren dafür bekannt, in China sensible Themen wie die Kulturrevolution oder das Massaker am Platz des Himmlischen Friedens in Peking 1989 provokativ in ihrer Kunst aufzugreifen.

Bekannt ist unter anderem die Bronzestatue "Maos Schuld", die den 1976 verstorbenen Staatslenker reumütig kniend zeigt. Das Werk aus dem Jahr 2009 war laut Gaos Ehefrau eines von drei Beweismitteln im Prozess, wie die "New York Times" berichtete. Eine weitere vorgebrachte Skulptur zeigt Mao mit einer Pinocchio-Nase und Brüsten.

Wie es zu dem Verfahren kam

Vor zwei Jahren war bekanntgeworden, dass Gao, der eigentlich in New York lebte, während eines Familienbesuchs in Peking festgenommen wurde. Seine Frau und sein Sohn, der US-Bürger ist, konnten seitdem nicht ausreisen. Im März wurde ihm hinter verschlossenen Türen der Prozess gemacht. Seiner Frau zufolge hatte er sich nicht schuldig bekannt. Mit den bereits zwei abgesessenen Jahren in Untersuchungshaft würde Gao rechnerisch im kommenden Jahr frei kommen.

Dieser Prozess zeige, wie weit gefasste und politisch motivierte Gesetze genutzt würden, um Künstler, Aktivisten und andere Personen zum Schweigen zu bringen, die es wagten, Ansichten zu äussern, die von denen der chinesischen Regierung abwichen, teilte Sarah Brooks von der Menschenrechtsorganisation Amnesty International mit. Sie verwies auf die rückwirkende Anwendung der Norm, die erst 2018 in Kraft trat - also viele Jahre nach Entstehung der Mao-Skulpturen.

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