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Keystone-SDA | Montag, 25. Mai 2026

"Du bist eine Legende und eine Inspiration"

Noch einmal gut drei Stunden Emotionen und Kampf pur - Stan Wawrinka gewinnt bei seinem letzten French Open nicht das Spiel, aber noch einmal die Herzen. Dann huldigen ihm die Legenden des Sports.

Stan Wawrinka und das French Open, das ist eine schon jahrzehntealte Liebesgeschichte. Eine, die nun zum Bedauern beider Seiten vorbei ist. Ein letztes Mal gab der 41-jährige Waadtländer noch einmal alles, doch es reichte nicht zu einem 47. Sieg. "Es ist hart", gibt er noch auf dem Platz mit tränenerstickter Stimme zu. "Ich möchte hier nicht Adieu sagen."

Er sei mit Roland Garros gross geworden, erzählt er, während seine Eltern, seine Ex-Frau Ilham und die 16-jährige Tochter Alexia auf der Tribüne zuschauen. "Dieses Turnier habe ich als Kind geschaut und davon geträumt, einmal hier zu spielen." Der Traum wurde wahr, zum 21. Mal trat er dieses Jahr im Hauptfeld an, 2003 gewann er bei den Junioren, zwölf Jahre später bei den "Grossen".

Das grosse Lob der Legenden

Schon lange vor dem Matchball nach etwas über drei Stunden hatten die 5000 Zuschauer auf dem drittgrössten Platz des Stade Roland-Garros angefangen, bei gelungenen Punkten des Schweizers - oder auch einfach beim Seitenwechsel - Sprechchöre zu seinen Ehren anzustimmen. Um 16.18 Uhr geht dann die grossartige Geschichte von Wawrinka und dem French Open zu Ende. "Eine grosse Rede werde ich wie schon letzte Woche in Genf nicht halten", betont Wawrinka, "Denn ich spiele ja bis Ende Jahr noch weiter."

Dafür sprechen dann andere via Videobotschaften. Es sind die Grössten des Sports, von den aktuellen Topstars Jannik Sinner und Carlos Alcaraz über die Big 3 Roger Federer, Rafael Nadal und Novak Djokovic bis zu seinem wahrscheinlich besten Kollegen auf der Tour, Gaël Monfils, der ebenfalls sein letztes French Open spielt. "Den Final 2015 (als Wawrinka gegen Djokovic das Spiel seines Lebens gelang, wie er selber sagt) werde ich nie vergessen", erklärt Federer. "Es war eine Freude, so viel Zeit mit dir zu erleben."

Djokovic selber, mit 24 Grand-Slam-Titeln der erfolgreichste Tennisspieler der Geschichte, lobt den dreifachen Major-Champion in den höchsten Tönen. "Stanimal, mein Freund. Du bist so eine Inspiration für mich und viele andere", so der Serbe. "Ich bin sehr froh, dich meinen Freund nennen zu können." Dann erhält der Doppel-Olympiasieger von 2008 und Davis-Cup-Champion von 2014 aus den Händen von Turnierdirektorin Amélie Mauresmo und dem französischen Verbandspräsidenten Gilles Moretton eine Erinnerungstrophäe.

Ein Niederländer als Spielverderber

Lieber hätte Wawrinka bei weit über 30 Grad Hitze natürlich noch einmal einen Sieg gefeiert. Der Kampfgeist ist noch da wie zu seinen besten Tagen, doch die Spritzigkeit und Wucht seiner Schläge haben nachgelassen. Kein Wunder, mit seinen 41 Jahren ist er mit Abstand der älteste Mann im Feld.

So wurde Jesper de Jong, als Nummer 106 der Welt nur sieben Positionen besser klassiert, zum Spielverderber. Noch mehr wollte der 25-jährige Niederländer es sich mit den Fans aber nicht verderben. "Es geht heute nicht um mich, sondern um Stan", hielt er sich im Platzinterview kurz. Sein Coach (Thiemo De Bakker) habe noch gegen Wawrinka gespielt, und er sei da Balljunge gewesen. Was Wawrinka mit der Bemerkung quittierte: "Deshalb ist eben doch der Moment, um aufzuhören."

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