Die digitale Ausgabe des Sarganserländers.
Ein Schützenfest, ein WM-Rekord und ein glücklicher FCZ-Spieler
Deutschland stolpert erstmals seit zwölf Jahren nicht in einem WM-Eröffnungsspiel. Im klimatisierten Stadion von Houston gewinnt der vierfache Weltmeister gegen den krassen Aussenseiter Curaçao 7:1.
Erstmals seit dem WM-Titel 2014 will Deutschland wieder einmal die Gruppenphase einer WM-Endrunde überstehen - und der Start gelang nach Mass. Gegen Curaçao, den Neuling und kleinsten je für eine WM qualifizierten Staat, sorgten zwei Treffer kurz vor der Pause vom 1:1 zum 3:1 für mehr als eine Vorentscheidung.
Zunächst traf Verteidiger Nico Schlotterbeck per Kopf nach einem Corner mit seinem ersten Länderspieltor zum 2:1 (38.), dann verwertete Kai Havertz einen Foulpenalty weit in der Nachspielzeit zum 3:1. Herausgeholt hatte diesen Felix Nmecha, der bereits in der 6. Minute das 1:0 geschossen hatte und in der deutschen Offensive ein Aktivposten war.
Die zweite Hälfte wurde zum Schaulaufen. Nach Treffern von Jamal Musiala wenige Sekunden nach der Pause, Nathaniel Brown (68.), Denis Undav (78.) und nochmal Havertz (88.) resultierte der höchste Sieg des bisherigen Turniers.
Die "Blue Wave" (blaue Welle) genannten Spieler von der Karibikinsel mit nur gut 150'000 Einwohnern wehrten sich tapfer und konnten zumindest einmal jubeln. Das 1:1 durch Livano Comenencia, den jungen Mittelfeldspieler des FC Zürich, der Deutschlands Routinier Manuel Neuer mit einem abgelenkten Schuss bezwang, blieb aber das einzige Highlight.
Neuers Rekordspiel
Der 40-jährige Neuer egalisierte mit seinem 20. WM-Spiel den Goalie-Rekord des Franzosen Hugo Lloris. Er war eigentlich nach der Heim-EM 2024 aus dem Nationalteam zurückgetreten, kehrte aber nach einigem medialem Getöse für das Grossturnier zurück und ist nun auch der älteste Spieler der deutschen WM-Geschichte.
Zwar gelang es den Deutschen seit dem mit 1:0 gewonnenen WM-Final gegen Argentinien 2014 weiterhin nie, zu Null zu spielen, doch liessen sie sich im Gegensatz zu 2018 (0:1 gegen Mexiko) und 2022 (1:2 gegen Japan) diesmal zum Turnierauftakt nicht von einem, diesmal allerdings deutlich schwächer einzustufenden, Aussenseiter düpieren. Wie stark das Team ist, wird wohl aber erst das zweite Spiel am Samstag gegen die Elfenbeinküste zeigen. Defensiv machten die Deutschen gegen Curaçao nicht immer einen sattelfesten Eindruck.
Telegramm:
Deutschland - Curaçao 7:1 (3:1)
Houston. - 68'021 Zuschauer. - SR Jayed. - Tore: 6. Nmecha (Wirtz) 1:0. 21. Comenencia 1:1. 38. Schlotterbeck (Brown) 2:1. 45. Havertz (Penalty) 3:1. 47. Musiala (Kimmich) 4:1. 68. Brown (Undav) 5:1. 78. Undav (Kimmich) 6:1. 88. Havertz (Undav) 7:1.
Deutschland: Neuer; Kimmich (83. Anton), Tah (73. Rüdiger), Schlotterbeck, Brown (73. Raum); Nmecha (73. Goretzka), Pavlović; Sané, Musiala (64. Undav), Wirtz; Havertz.
Curaçao: Room; Floranus, Bazoer, Obispo, Fonville; Comenencia, Leandro Bacuna, Juninho Bacuna; Chong (83. Kastaneer); Locadia (65. Margaritha), Hansen (46. Antonisse).

















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