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Keystone-SDA | Donnerstag, 27. August 2026

"Eine Vaterfigur": Norweger in grosser Sorge um ihren König

David Hansens Stimme bricht, als er über den König spricht. Harald V. (89) sei "eine Vaterfigur für ein Land", sagt der Norweger der Deutschen Presse-Agentur, nachdem er vor dem Königlichen Schloss in Oslo einen Blumenstrauss abgelegt hat. Wie Hunderte andere Menschen sorgt sich Hansen um das Staatsoberhaupt, das mit unverändert schlechtem Gesundheitszustand im Reichskrankenhaus liegt.

Ein anderer Mann, er heisst Thomas Ertzeid Gulseth, fällt vor dem Meer aus Blumen auf die Knie und betet. "Ich kenne keinen anderen König", sagt er unter Tränen. Harald bedeute so viel für so viele Menschen. "Ich kann mir nicht vorstellen, wie es ohne ihn sein wird. Wir brauchen ihn." Neben ihm stehen zwei ältere Menschen, den Kopf andächtig gesenkt.

Hier, am Nachmittag nach der Nachricht über den verschlechterten Gesundheitszustand des Königs, ist die Nähe des Volkes zu ihrem Monarchen zu greifen. Harald ist der älteste regierende König Europas - und bei den Norwegerinnen und Norwegern höchst beliebt. Immer wieder hatte der 89-Jährige in den vergangenen Jahren mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. So ernst wie jetzt war es aber noch nie.

Die Norweger lieben ihren Harald

Harald habe seine Rolle mehr als ausgefüllt, alles für Norwegen gegeben und werde deshalb auch vom Volk so sehr geliebt, sagt David Hansen. "Alle Generationen müssen eine neue Art und Weise finden, um sich selbst zu finden. Und er hat das für uns getan."

Wegen der Bluterkrankung hämolytische Anämie - einer Form der Blutarmut - war Harald mit Kortison behandelt worden, was zu einer Flüssigkeitsansammlung im Körper geführt hatte. Anschliessend zog er sich zusätzlich eine bakterielle Infektion des Blutkreislaufs zu, seit der vergangenen Woche liegt er im Krankenhaus.

Wie es statuarisch nach seinem Tod weitergehen würde, ist klar geregelt. Sein Sohn, Kronprinz Haakon, wird unmittelbar der neue König Norwegens: "Kongen er død - Leve Kongen". Übersetzt bedeutet das: "Der König ist tot - Es lebe der König." Zwar ist auch der 53-Jährige nicht unbeliebt - aber kann er die norwegische Monarchie so tragen wie sein Vater?

Der bisherige Kronprinz sei wie sein Vater und einer, der bereits gezeigt habe, aus welchem Holz er geschnitzt sei, sagt Hansen. "Die meisten Menschen, die schon einmal einen Angehörigen verloren haben, wissen, dass die letzten Stunden lang und zahlreich sein können. Oder aber sie kommen plötzlich, das weiss man einfach nicht."

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