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Keystone-SDA | Mittwoch, 08. Juli 2026

Emotionale 24 Stunden für Murat Yakin

Im Moment des grossen Erfolgs blickt Trainer Murat Yakin auf die vergangenen 24 Stunden seit der Verletzung von Johan Manzambi zurück. Für das Schweizer Offensivjuwel wird die Zeit knapp.

Es ist derselbe Ort, nur einen Tag später. Erneut nimmt Murat Yakin im Pressekonferenzraum in Vancouver Platz, diesmal wirkt er jedoch deutlich gelöster. Bruchstückhaft versucht er, seine Emotionen zusammenzufassen: "Es hat sich alles gelohnt - der grosse Aufwand seit der Qualifikation", sagt der 51-jährige Nationaltrainer nach dem Einzug in den WM-Viertelfinal. "Jeder Spieler hat seinen Beitrag geleistet. Wir waren enorm reif. Etwas Schöneres kann man als Trainer nicht erleben. Kompliment an alle Beteiligten."

Ein Blick zurück auf den Montagnachmittag: An der Pressekonferenz vor dem Duell mit Kolumbien wirkt Yakin angespannt. Ruben Vargas, Djibril Sow und vor allem Johan Manzambi hätten das Abschlusstraining vorzeitig abbrechen müssen, erklärt er. Die medizinischen Untersuchungen stünden noch aus. "Es wäre natürlich ein Riesenverlust für uns", sagt Yakin und erklärt, er habe sich bereits mit dem schlimmsten Szenario auseinandergesetzt.

Der Verband schweigt zunächst. Erst kurz vor dem Spiel wird bestätigt, was viele befürchtet haben: Manzambi, 20 Jahre alt und mit drei Toren sowie zwei Assists einer der Shootingstars dieser WM, hat sich eine Knieprellung zugezogen und fällt aus.

Matchplan geht auf

Am Spieltag kommt der Genfer mit einbandagiertem Knie und einem WM-Pokal aus Lego ins Stadion. Der Angreifer des SC Freiburg humpelt, lässt sich im Gesicht jedoch nichts anmerken.

Der Ausfall von Manzambi sei ein Schock gewesen, sagt Yakin rückblickend. "Wir haben alle taktischen Trainings mit ihm absolviert und mussten dann kurzfristig umstellen." Statt Manzambi rückt Ardon Jashari ins Zentrum, wirkt dort jedoch oft verloren und findet nicht richtig ins Spiel. Trotz seiner Auswechslung zur Pause nimmt Yakin den 23-Jährigen in Schutz. Er habe seine Sache gut gemacht, es habe einfach einen neuen Impuls gebraucht.

Die Physis und der unvergleichliche Zug zum Tor, den Manzambi mitbringt, fehlen dem Schweizer Spiel von Anfang bis zum Schluss. Die Schweiz kommt kaum zu Torchancen, bleibt defensiv aber stabil und setzt sich schliesslich im Penaltyschiessen durch. Der Matchplan sei aufgegangen, fasst Yakin zusammen. "Wir haben den Ausfall als Team aufgefangen."

"Weitere Einsätze? Eher nicht"

Ob Manzambi nochmals ins Turnier eingreifen kann? Der Trainer tut sich schwer mit einer klaren Antwort. "Eher nicht", sagt er zunächst. "Ich weiss nicht, ob es medizinisch vertretbar wäre, ihn nochmals einzusetzen." Die Schwere der Verletzung sei noch immer nicht abschliessend geklärt, so Yakin. Man müsse die nächsten Tage abwarten. "Es wird sicher schwierig für ihn."

Es wäre der einzige Wermutstropfen beim grossen Erfolg des Nationalteams.

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