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FG Mels will Puppen und Kinder tanzen lassen
Zwar fällt die Fasnacht 2021 auch in der Fasnachtshochburg Mels coronabedingt aus. Trotzdem will die Fasnachtsgesellschaft Mels mit einer «Gärtlifasnacht» ein wenig Stimmung ins Dorf bringen. Sie bedient sich dafür einer alten Tradition und lässt die Butzis auferstehen. Ausserdem soll eine Tanzchallenge Klein und Gross zur kleinen Party zu Hause anregen.
Mels.– Kein Umzug, keine Maskenbälle, keine Bars: Der Dornröschenschlaf der Melser Fasnacht 2021 ist Tatsache. Weder werden die Guggenmusiken der Region die Fasnacht am Schmutzigen Donnerstag mit einem würdigen Monsterkonzert, der «Iihuttlätä», einläuten, noch wird der Melser Gemeindepräsident Guido Fischer die Schlüssel von Mels an die amtierende Böllenkönigin «Waldheim Klara» Kühne weitergeben und sie damit für fünf Tage zur Gebieterin über die Fasnachtshochburg ernennen. In Mels bleibt es, wie in allen anderen Gemeinden des Sarganserlandes, während der Narrentage vom 11. bis 16. Februar ruhig – sehr zum Leidwesen der örtlichen Fasnachtsgesellschaft.
Preise zu gewinnen
Die FG Mels bedient sich darum einer alten Tradition und holt den Brauch der Fasnachtspuppen, der sogenannten «Butzis», aus der Versenkung. Die Melser Bevölkerung ist angehalten, kreativ zu werden und aus einem Jutesack, einem Maleranzug, Stroh und etwas Packschnur Puppen zu gestalten und sie im eigenen Garten, auf dem Balkon oder der Terrasse aufzustellen oder aufzuhängen (nähere Infos und eine Anleitung finden sich auf der Website des Vereins). Die Idee ist einfach – und auch nicht neu, wie Marco Ackermann, Präsident der FG Mels, erklärt. «Früher hat es im Dorf viele Butzis gegeben. Aber der Brauch kommt und geht, nimmt hin und wieder zu und flacht dann wieder ab.» Auch heute gebe es noch vereinzelt Personen, die privat einen Butzi aufhängen. «Diese Tradition wollen wir wieder etwas aufleben lassen.»
Als Motivationsspritze dient ein kleiner Wettbewerb: Die Tamina Therme in Bad Ragaz sponsert der FG Mels drei grosszügige Preise aus ihrem Hause. Diese behält sich vor, drei der originellen Butzis zu küren und mit einem Preis zu versehen. Um am Wettbewerb teilzunehmen, braucht man sich nur mit einem Bild des Butzis und der vollen Anschrift bei der Fasnachtsgesellschaft anzumelden – entweder per Mail an vorstand@melserfasnacht.ch oder per Post an FG Mels, Postfach 197, Mels. Zeit bleibt dafür bis zum Vorfasnachtssamstag, 6. Februar.
Sich von Corona freitanzen
Ziel der Gärtlifasnacht sei es nicht etwa, zu Fasnachtspartys mit vielen Gästen im eigenen Garten zu animieren. Von einer Veröffentlichung der Butzi-standorte sieht die FG Mels darum ab. Vielmehr sollen Fussgänger bei spontanen Begegnungen mit einer der Puppen überrascht werden – und ein wenig in Stimmung kommen.
Private Partys sollen zu Hause im kleinsten Kreis der Familie stattfinden. Dann nämlich, wenn Kinder mit ihren Eltern an der fasnächtlichen Tanzchallenge teilnehmen. Diese wurde initiiert vom hauseigenen Kinderanimationsteam unter der Federführung von Gaby Züst. Auch hier besticht die Idee durch ihre Einfachheit: Ende Januar wird von der Fasnachtsgesellschaft eine Tanzvorlage in Umlauf gebracht, die zu Hause einstudiert und gefilmt werden kann. Die gefilmten Choreografien können eingeschickt werden, die originellsten Videos werden ebenfalls mit Preisen belohnt. Auch hier sind Einsendungen bis zum Vorfasnachtssamstag, 6. Februar, möglich.
Der «Huttli» kommt trotzdem
Selbentags startet die Fasnachtsgesellschaft zusammen mit ihren Nachbarn, der Fasnachtsgesellschaft Wangs und den Mitgliedern von Fasnacht Filtris, den Verkauf der gemeinsamen Fasnachtszeitung «Huttli». Mit einer Auflage von rund 2200 Exemplaren ist das «gelbe Blatt», wie es der Volksmund nennt, die grösste Publikation dieser Art in der Region. Wie Ackermann erklärt, würden die Verkäufer wie gewohnt ab 8 Uhr auf den Strassen von Mels, Wangs und Vilters anzutreffen sein. Einsendungen für den «Huttli» nimmt die Redaktion noch bis zum 15. Januar entgegen (siehe Box).
Mit den Fasnachtspuppen, der Tanzchallenge und dem «Huttli» soll die Melser Fasnacht die Pandemie also überdauern – wenn auch nicht im physischen Sinn. Und die Hoffnung bleibt bestehen, dass der Gemeindepräsident seine Schlüssel am 24. Februar 2022 an «Waldheim Klara» übergeben kann. Die Böllenkönigin wird nämlich coronabedingt die Erste sein, die ihr Amt während zwei Jahren innehat.
www.melserfasnacht.ch
















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