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FIS-Geschäftsführer Lehmann will mehr Weltcup statt weniger
In seinem neuen Job als Geschäftsführer der FIS hat Urs Lehmann das Ziel, den Schneesport weiterzuentwickeln - und ebenso den Weltverband selbst.
Nach seinen ersten 100 Tagen als FIS-CEO führt der langjährige Swiss-Ski-Präsident im Interview mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA näher aus, welche Pläne und Visionen er beim Internationalen Ski- und Snowboard-Verband verfolgt.
Nach dem einst fast chronisch erfolglosen Schweizer Skiverband will Lehmann auch die in veralteten Strukturen verharrende FIS "so schnell wie möglich" auf Vordermann bringen. Dafür spannt der 56-jährige Aargauer eng mit Johan Eliasch zusammen. Dem schwedisch-britischen Milliardär war er 2021 im Kampf um das FIS-Präsidium deutlich unterlegen.
In den Jahren danach stand es um das Verhältnis des Duos nicht zum Besten, ehe es im vergangenen Winter eine Annäherung gab und im August 2025 die Ankündigung von Lehmanns überraschendem Wechsel von Swiss-Ski zum Weltverband kam. "Der Einstieg ist gelungen", sagt der ehemalige Abfahrts-Weltmeister.
Er ist sich zugleich bewusst, dass "spannende Monate anstehen". Bis zum FIS-Kongress im Juni in Serbien muss das Führungs-Duo Eliasch/Lehmann den Weg zu einem modernisierten Weltverband aufzeigen - und von den nationalen Verbänden und den weiteren Stakeholdern im Transformationsprozess die nötige Unterstützung erhalten.
Neben den Verbandsstrukturen sieht Lehmann auch bei der Sicherheit im alpinen Bereich Handlungsbedarf. "Dass wir bei wichtigen Themen nicht schnell genug vorwärts machen können, ist eine Herausforderung", so der Aargauer.
Geht es nach Lehmann, dessen Leben sich seit fast vier Jahrzehnten um den Schneesport dreht, wird in den kommenden Jahren eine Ausdehnung des alpinen Weltcups erfolgen: "Das Ziel sind für die Frauen und Männer jeweils rund 45 bis 50 Saisonrennen, wenn es keinen Grossanlass gibt. In Saisons mit WM oder Olympischen Spielen wären es leicht weniger. Wir müssen dabei vom Anspruch wegkommen, dass jede und jeder alle Rennen fährt."
Lehmann schwebt zudem vor, im alpinen Bereich ein einheitliches weltweites Punktesystem einzuführen. Andere Sportarten wie Tennis hätten ein solches "System, das weltweit und über alle Stufen" funktioniere, so der FIS-CEO.
















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