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St. Galler SVP will sechsten Sitz im Nationalrat
Reto Vincenz | Mittwoch, 19. August 2026

Flumser Christoph Gull führt die Partei in den Wahlkampf 2027

Im landwirtschaftlichen Zentrum in Salez hat am Mittwochabend die Delegiertenversammlung der St. Galler SVP stattgefunden. Dabei wurde bekannt, dass der Flumser Gemeindepräsident Christoph Gull die Partei in den Wahlkampf 2027 führen wird. Die Partei habe dabei einen sechsten Sitz im Nationalrat im Visier, sagte Gull.

Aus Sarganserländer Sicht interessierte an diesem Abend zudem die Frage, ob sich der neue Wiler Stadtpräsident Lukas Reimann zum Zeitplan rund um seinen Verbleib im Nationalrat äussern wird. Der Hintergrund: Würde Reimann vorzeitig seinen Abschied erklären, hiesse sein Nachfolger Marco Gadient (Flumserberg); und das Sarganserland hätte mit dem Melser Walter Gartmann und Gadient erstmals seit vielen Jahren wieder zwei Vertreter in Bern.

Diese Frage klärte sich gleich zu Beginn der Versammlung, bei der auch Gadient selber anwesend war. Gartmann, in seiner Funktion als Präsident der Kantonalpartei, gratulierte Reimann zu dessen Wahlerfolg am vergangenen Sonntag. Gleichzeitig orientierte der Melser, dass sich die Parteileitung im September mit Reimann zusammensetzen und die Situation besprechen werde. Es sei Sache von Reimann, sich zu gegebener Zeit über seine Absichten zu äussern, so Gartmann. Reimann hatte am vergangenen Sonntag gegenüber den Medien gesagt, dass er mindestens noch die Herbstsession in Bern mitmachen werde. Zu seinen weiteren Plänen äusserte er sich nicht verbindlich.

«Sind auf dem richtigen Weg»

Im Präsidentenbericht vor den ordentlichen Traktanden setzte Gartmann derweil zu einer kleinen Tour d’Horizon durch verschiedene Themen an, welche sich die SVP aktuell auf die Fahnen geschrieben hat. Dabei waren Dauerbrenner wie das Asylwesen; ebenfalls proklamierte er die Wahrung der Neutralität und positionierte sich deutlich gegen eine Annäherung der Schweiz an die NATO.

Die SVP sei mit ihrem Parteiprogramm auf dem richtigen Weg. Die Wahlerfolge der jüngeren Vergangenheit würden zeigen, dass das Volk das ebenfalls so sehe, glaubt Gartmann. Nachlassen dürfe man aber nicht. Vielmehr gehe es in künftigen Wahlen darum, noch mehr Vertreterinnen und Vertreter in wichtige Gremien zu bringen; unter anderem sprach er von einem zweiten Sitz in der St. Galler Regierung.

HV und DV nacheinander

Das offizielle «Programm» des Abends bestand derweil sowohl aus der jährlichen Hauptversammlung der St. Galler SVP als auch aus der 132. Delegiertenversammlung der Partei. Die ordentlichen Traktanden, unter anderem mit einer positiven Jahresrechnung, wurden einstimmig gutgeheissen.

Vorgestellt wurde das Prozedere, wie die St. Galler SVP in die Nationalratswahlen 2027 steigen will. Neu sollen die Kreisparteien keine Nominationsversammlungen mehr durchführen, sondern ihre Vorschläge an die Kantonalpartei übermitteln. Das letzte Wort hat dann die Delegiertenversammlung.

Bezüglich Ständeratswahlen betonte Gartmann, dass die Parteiführung die beiden bisherigen St. Galler Vertreterinnen und Vertreter, Esther Friedli (SVP) und Benedikt Würth (Mitte), unterstützen will.

Flumser Gull als Wahlkampf-Chef

Geleitet wird das Wahlkampfteam der St. Galler SVP vom Flumser Gemeindepräsidenten Christoph Gull. Er sei überzeugt davon, dass es mehr SVP in Bern brauche, so der Sarganserländer vor den Delegierten. Das sei für ihn Motivation gewesen, diese Aufgabe anzunehmen. Absicht sei es, den Ständeratssitz von Esther Friedli sowie die fünf bestehenden Nationalratssitze zu verteidigen. Das sei aber das Minimalziel. Gull: «Aufgrund der Entwicklung in den letzten Jahren haben wir den sechsten Sitz im Visier!»

Im Rahmen der DV stellten die beiden SVP-Nationalräte Lukas Reimann und Mike Egger die beiden Volksinitiativen vor, die am 27. September zur Abstimmung gelangen werden. Die Delegierten stellten sich einstimmig hinter die von der SVP lancierte Neutralitätsinitiative. Ebenso klar voteten sie erwartungsgemäss gegen die Ernährungsinitiative, die von Egger als «Vegangzwang-Initiative» bezeichnet wurde.

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