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Keystone-SDA | Samstag, 15. August 2026

Frauen-Staffel auf Kurs

Enttäuschungen für Annik Kälin und die Staffel der Männer. Die Frauen-Staffel greift derweil nach den Medaillen.

Rückschlag für Kälin

Die Medaillenträume von Annik Kälin an den Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham haben einen herben Dämpfer erlitten. Nach der Führung im Weitsprung ist die 26-jährige Schweizerin im Siebenkampf nach dem Speerwurf auf den vierten Zwischenrang zurückgefallen. Eine Medaille scheint nun unwahrscheinlich.

Den Grundstein für ihre anfangs vielversprechende Ausgangslage hatte Kälin am Samstag im Weitsprung mit einem herausragenden Satz auf 6,81 Meter gelegt. Doch in der vorletzten Disziplin büsste sie entscheidend an Boden ein. Nach 41,84 Metern im zweiten Versuch des Speerwerfens benötigte sie im dritten Durchgang dringend eine Verbesserung, um ihre Medaillenchancen aufrechtzuerhalten. Diese blieb jedoch aus.

Der Kampf um Edelmetall rückt für die Bündnerin damit in weite Ferne. Vor dem abschliessenden 800-Meter-Lauf weist Kälin einen Rückstand von 34 Punkten auf die Podestplätze auf und muss sich nun in der ungewohnten Verfolgerrolle beweisen.

Frauen-Staffel souverän im Final, Männer out

Die Schweizer 4x100-Meter-Staffel der Frauen greift an der Leichtathletik-Europameisterschaft in Birmingham nach den Medaillen. Das Quartett um Géraldine Di Tizio-Frey, Ajla Del Ponte, Léonie Pointet und Salomé Kora qualifizierte sich souverän für den Final von heute Abend (22.48 Uhr). Mit der drittschnellsten Zeit aller Teams unterstrichen die Schweizerinnen ihre Ambitionen eindrücklich. Die Männer-Staffel mit Timothé Mumenthaler, Daryl Bachmann, Felix Svensson und Jason Joseph erlebte derweil über dieselbe Distanz eine Enttäuschung. Um einen Hundertstel verpassten sie den Einzug ins Rennen um die Medaillen.

Keine Schweizerinnen weiter über 1500 m

Eine Enttäuschung setzte es über 1500 Meter ab. Mit Lilly Nägeli, Joceline Wind und Delia Sclabas scheiterten gleich alle drei angetretenen Schweizerinnen bereits in den Vorläufen. Sclabas steigerte sich in ihrem Vorlauf zwar deutlich, ihre Aufholjagd kam aber zu spät. Besonders bitter für die Bernerin: Mit ihrer Zeit wäre sie im anderen Vorlauf in den dritten Rang gelaufen und hätte damit die Finalqualifikation auf sicher gehabt.

Weltrekord und spanische Festspiele im Gehen

Die Spanier Paul McGrath und Maria Perez haben bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham im Gehen über die Halbmarathon-Distanz triumphiert. Perez sorgte dabei für ein historisches Highlight: Sie krönte sich nicht nur zur Europameisterin, sondern stellte auch den ersten offiziellen Weltrekord über diese neue Meisterschaftsdistanz auf.

Bei nahezu optimalen Bedingungen um 15 Grad Celsius bewältigten die Athleten den hügeligen Rundkurs in der britischen Metropole. Maria Perez dominierte das Rennen der Frauen von Beginn an. Nach anfänglichem Gleichschritt mit der Italienerin Antonella Palmisano forcierte die Spanierin bei Kilometer 10 das Tempo und baute ihren Vorsprung kontinuierlich aus. Die 20-Kilometer-Marke passierte sie in 1:25:30 Stunden und egalisierte damit ihren eigenen spanischen Rekord. Im Ziel stoppte die Uhr bei 1:30:06 Stunden. Damit unterbot Perez die vom Weltverband für den Premiererekord geforderte Richtzeit von 1:30:30 um 24 Sekunden. Silber ging an die Italienerin Alexandrina Mihai (1:31:04), Bronze sicherte sich die Ukrainerin Lyudmyla Olyanovska (1:31:07). Für Perez, die bereits den Weltrekord über 35 Kilometer hält, ist es nach dem 20-Kilometer-Triumph von Berlin 2018 das zweite EM-Gold.

Bei den Männern sicherte sich Perez' Landsmann Paul McGrath in 1:23:23 Stunden den Titel und machte den spanischen Doppelerfolg über die Halbmarathon-Distanz perfekt.

Über die Marathondistanz dominierten derweil die Italiener und feierten ein goldenes Double. Die erst 21-jährige Italienerin Sofia Fiorini gewann bei den Frauen in 3:15:11 Stunden. Damit unterbot sie die vom Weltverband geforderte Weltrekord-Richtzeit von 3:17:00 deutlich und stellte ebenfalls eine historische Bestmarke auf. Sie war fast zehn Minuten schneller als die bisherige Bestzeit in dieser neuen Disziplin. Silber holte die Polin Katarzyna Zdzieblo (3:19:50) vor der Spanierin Raquel González (3:20:49).

Zuvor feierte Fiorinis Landsmann Massimo Stano über die gleiche Distanz bei den Männern einen herausragenden Erfolg. Er sicherte sich in der Europarekordzeit von 2:56:49 Stunden die Goldmedaille. Damit komplettiert der Olympiasieger von 2020 und Weltmeister von 2022 seine Titelsammlung. Der Spanier Miguel Ángel Lopez holte mit nur acht Sekunden Rückstand Silber (2:56:57), während der Franzose Aurelien Quinion das Podest als Dritter in 2:59:29 Stunden komplettierte.

Bei der EM in Birmingham werden die Wettbewerbe im Gehen erstmals auf der Halbmarathon- und Marathondistanz ausgetragen. Doppelstarts sind anders als bei früheren Europameisterschaften nicht mehr möglich.

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