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Keystone-SDA | Sonntag, 09. August 2026

GC-Trainer Zeidlers unschöner Geburtstag

Drei Spiele, nur ein Punkt: GC kommt auch diese Saison nicht in die Gänge. Für Coach Peter Zeidler ist es in Genf ein frustrierender 64. Geburtstag - mit 1:2-Niederlage und einer Gelb-Roten Karte.

So hatte sich Peter Zeidler seinen 64. Geburtstag mit Sicherheit nicht vorgestellt. Zwar gibt es für die Grasshoppers am Samstag keine 0:5-Klatsche wie im April - damals noch mit dem Österreicher Gernot Messner an der Seitenlinie -, doch das 1:2 ist vielleicht noch frustrierender.

Weil der Gegner nach zwei Niederlagen zum Saisonstart verunsichert und keinesfalls übermächtig ist, weil GC 1:0 führt und lange auf gutem Weg ist. Weil der Führungsspieler Amir Abrashi verletzt raus muss. Und weil eine Gelb-Rote Karte gegen Mittelfeldspieler Imourane Hassane eine halbe Stunde vor Schluss die Partie kippen lässt. Deshalb steht der Rekordmeister nach drei Spielen mit nur einem Punkt da, es zeichnet sich die vierte sehr komplizierte Saison in Folge ab. Die letzten drei Jahre rettete sich GC jeweils erst in der Barrage.

Abrashis seltenes Tor

Dabei läuft es am Samstag lange gut. Wie in der Woche zuvor gegen Lugano gehen die Zürcher 1:0 in Führung. Der Torschütze hat fast schon eine historische Dimension. Captain Amir Abrashi vollendet einen mustergültigen Angriff gekonnt. Es ist das erste Pflichtspieltor des kleinen Mittelfeldspielers mit dem grossen Herzen seit mehr als sieben Jahren. Im März 2019 erzielte Abrashi sein einziges Länderspieltor für Albanien. Vor zehn Jahren traf er das einzige Mal in der Bundesliga für Freiburg, gar elf Jahre zurück lag sein letzter Treffer in der Super League. Wie gegen Lugano (1:4) hält die Führung aber nicht.

Aus heiterem Himmel kommen die Schwierigkeiten nicht. Auch nach dem Besitzerwechsel fehlt es dem Kader an Qualität und Erfahrung. Fünfeinhalb Jahre jünger ist die Startelf im Vergleich mit dem Gegner Servette. Dennoch zeigt sich das Geburtstagskind Peter Zeidler nach der Partie im Interview mit SRF demonstrativ zuversichtlich. "Wir werden besser, aber es reicht noch nicht ganz", meint der ehemalige Chefcoach von Sion, Lausanne und St. Gallen.

Zwei Schlüsselmomente

Sie hätten durchaus Qualität gezeigt, befindet der erfahrene Schwabe. "Das 1:0 war nicht unverdient. In der zweiten Halbzeit hatten wir fast schon ein Übergewicht, Diaby hatte eine grosse Chance." Mit elf gegen elf Spielern hätten sie vielleicht das Unentschieden geholt, und alles wäre gut. "Aber das ist alles hypothetisch", so Zeidler.

Hypothetisch, weil nach knapp einer Stunde "zwei Schlüsselmomente" passieren, wie er es nennt. Erst muss Abrashi vom Platz - wahrscheinlich mit einer Oberschenkelverletzung. Damit geht noch mehr Erfahrung und Ordnung auf dem Platz verloren. Gleich darauf leistet sich Hassane das Foul, das zurecht mit einer zweiten Gelben Karte und dem Ausschluss bestraft wird. "Die Gelb-Rote Karte hat das Spiel gekillt", stellt GC-Mittelfeldspieler Tim Meyer fest.

Bitter: Mit Hassane ist es einer der ein wenig erfahreneren Spieler, der sich zu dem übereifrigen Einsatz hinreissen lässt. Der 23-jährige Mittelfeldspieler ist 26-facher Internationaler für Benin und steht in der Super League für GC zum 46. Mal auf dem Platz. Mit einem Mann mehr nutzt das zuvor nicht überzeugende Servette den frei gewordenen Raum zum wunderbar herausgespielten 2:1-Siegtreffer.

Verstärkung versprochen

Wie jung und unerfahren sein Team ist, weiss Zeidler natürlich. "Es macht viel Spass, mit den Spielern zu arbeiten", sagt er zwar. Beim Einsatz oder dem Willen, es gut machen zu wollen, kann er niemandem einen Vorwurf machen.

Er betont aber auch: "Es ist klar besprochen, dass wir noch Verstärkungen bekommen." Die wird es brauchen, wenn GC wieder einmal eine Saison ohne akute Abstiegssorgen erleben will. Das Transferfenster schliesst in der Schweiz erst am 7. September.

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