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Keystone-SDA | Montag, 08. Juni 2026

Greenpeace projiziert den Schrei als Protest aufs Bundeshaus

Die Umweltorganisation Greenpeace hat am Montagabend mit einer Lichtprojektion auf das Bundeshaus gegen die Nationalrats-Debatte zum Bau neuer Atomkraftwerke protestiert. Greenpeace wirft dem Parlament vor, den Volkswillen zu missachten.

Die Aktion folgte auf den Auftakt der Debatte im Nationalrat zur Initiative "Jederzeit Strom für alle (Blackout stoppen)" sowie zum Gegenvorschlag. Dieser würde eine Aufhebung des Neubauverbots für Atomkraftwerke (AKW) auf Gesetzesebene bringen. Damit würden die Parlamentarierinnen und Parlamentarier jedoch die Energiewende sabotieren, kritisierte Greenpeace am Montagabend in einer Mitteilung zur Projektion.

Diese war an das Gemälde "Der Schrei" von Edvard Munch angelehnt und dem Radioaktivitätssymbol nachempfunden. Eine zweite Illustration zeigte das Gesicht von Wladimir Putin mit einem Kühlturm.

Warnung vor Gefahren und Abhängigkeit

Die Rückkehr zur Atomenergie würde eine Gefahr darstellen, wird Lukas Bühler, Energieexperte bei Greenpeace Schweiz, in der Mitteilung zitiert. Mit dem Bau neuer AKW steige die Gefahr von nuklearen Katastrophen.

Zudem entstehe mehr hochradioaktiver Atommüll. Die Atomkraft schaffe ausserdem eine Abhängigkeit von Drittländern bei der Uranversorgung, insbesondere von autokratischen Staaten wie Russland oder Kasachstan.

Entscheid am Dienstag

Greenpeace wirft dem Parlament vor, mit der Debatte den Willen der Stimmbevölkerung zu missachten. Die Organisation verwies auf zwei eidgenössische Abstimmungen. 2017 nahm das Stimmvolk mit 58 Prozent Ja-Stimmen das revidierte Energiegesetz an und beschloss damit den Ausstieg aus der Atomenergie.

2024 bejahte es das Stromgesetz mit 69 Prozent. Dieses habe den politischen Rahmen für einen deutlichen Ausbau der erneuerbaren Energien festgelegt.

Der Nationalrat wird voraussichtlich am Dienstag über die Pläne zu den AKW entscheiden. Das Thema ist äusserst umstritten. Entscheidend dürften die Kräfteverhältnisse innerhalb der Mitte sein.

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