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Grossbrände: Hürtgenwald unter Kontrolle, Monschau entspannt
Der grösste Waldbrand in der Geschichte Nordrhein-Westfalens im Hürtgenwald in der Eifel ist nach einem tagelangen Grosseinsatz unter Kontrolle. Das hat Dürens Landrat Ralf Nolten (CDU) bekannt gegeben.
Die Zahl der Einsatzkräfte sei deutlich reduziert worden. Ein Aufklärungshubschrauber mit Wärmebildkamera beobachte aber nach wie vor, ob sich die vereinzelten Glutnester auf dem 300 Hektar grossen Areal wieder entzünden. Zwei Löschhubschrauber blieben ebenfalls vor Ort.
Auch im rund 20 Kilometer entfernten Monschau hat sich die Lage spürbar entspannt. Die Feuerfront im belgischen Hohen Venn rückte zwar näher an die Eifelstadt heran. Die Stadt rechnete aber nicht mit einem Übergreifen der Flammen auf deutsches Gebiet, sondern warnte vor allem vor gesundheitsschädlicher Geruchsbelästigung. Auf rund 2.700 Hektar Fläche lodert jenseits der Grenze der grösste Waldbrand in der Geschichte Belgiens.
In Monschau soll nicht evakuiert werden
Eine Evakuierung von zwei Ortsteilen in Monschau - Mützenich und Kalterherberg - mit rund 5.000 Einwohnern sei aktuell nicht erforderlich, berichtet die 12.000-Einwohner-Stadt. "Es zeichnet sich eine vorsichtige Entspannung ab", sagte eine Stadtsprecherin der Deutschen Presse-Agentur. In der Nacht zu Sonntag waren Bewohnerinnen und Bewohner der beiden Ortsteile zunächst aufgerufen worden, sich als Vorsichtsmassnahme auf eine Evakuierung vorzubereiten.
Die Feuerfront im belgischen Hohen Venn war laut Stadt am Sonntagmittag nur knapp zwei Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Aber: "Zum jetzigen Zeitpunkt ist nicht davon auszugehen, dass das Brandgeschehen auf deutsches Territorium übergreifen wird", hiess es auf der Homepage der bei Touristen beliebten Stadt. Belgiens Innenminister Bernard Quintin schrieb auf der Plattform X, Teile des Brandes in Richtung Monschau seien unter Kontrolle.
Es sei weniger die Feuerfront, die aktuell Sorge bereite, erläuterte die Stadtsprecherin, sondern die Rauchbelastung vor allem in den beiden Ortsteilen. Jeder Bürger und jede Bürgerin könne selbst entscheiden, ob er oder sie Haus oder Wohnung vorsorglich vorübergehend verlasse. Wer Unterstützung brauche, könne sich an die Stadt wenden, eine Anlaufstelle stehe zur Verfügung. Für eine Anordnung bestehe kein Anlass, das sei allerdings eine "Momentaufnahme".
Feuerwehr in Belgien weiterhin im Grosseinsatz
Die Gefahrenlage in Monschau habe sich entspannt, meldet auch die Feuerwehr. "Wir fahren zurück", sagte Einsatzleiter Philipp Krüger der Nachrichtenagentur dpa am Morgen. Schon in der Nacht habe man einen Grossteil der rund 90 Einsatzkräfte abgezogen. "Aktuell sind wir noch mit 20 Personen auf Reserve vor Ort." Man beobachte die Entwicklung weiter genau und werde notfalls angemessen reagieren und die Kräfte wieder verstärken.
Auf belgischer Seite ist die Feuerwehr dagegen weiter im Grosseinsatz. Laut belgischer Nachrichtenagentur Belga waren etwa 600 Menschen in zwei belgischen Orten angewiesen, ihre Häuser zu verlassen. Am Samstagabend hatte der Gouverneur der belgischen Provinz Lüttich mitgeteilt, der Waldbrand habe mittlerweile eine Fläche von 2.700 Hektar erfasst - was einer Fläche von umgerechnet fast 3.800 Fussballfeldern entspricht.
Im Hürtgenwald keine offenen Flammen mehr
In Hürtgenwald liefen die Löscharbeiten auch am Sonntag weiter, aber es gab laut Kreis Düren keine offenen Flammen mehr. Das gesamte betroffene Gebiet sei nun mit einer Schneise umgeben, so dass sich Flammen nicht weiter ausbreiten könnten. Zuletzt waren bis zu 1.800 Einsatzkräfte an den Löscharbeiten beteiligt. Am Sonntag waren es mehrere hundert Einsatzkräfte.
Von den Flammen verschont blieb der Ortsteil Hürtgenwald-Gey. Bereits am Samstagabend waren Bewohner des evakuierten Ortsteils in ihre Wohnungen und Häuser zurückgekehrt, wie eine Sprecherin mitteilte. "Stand Sonntagmorgen waren rund zwei Drittel der Betroffenen wieder vor Ort." Etwa 2.000 Personen hatten das Gebiet in der Nacht zu Freitag verlassen müssen. Die Flammen waren bis auf 250 Meter an Grundstücke herangerückt.
Für die kommenden Tage sagten Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes für die Eifel etwas Regen voraus - aber keine grossen Mengen.
Brandursachen werden weiter ermittelt
Sobald die Löscharbeiten abgeschlossen sind, dürfte auch die Frage nach den Ursachen stärker in den Fokus rücken. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) und weitere Kabinettsmitglieder hatten sich in Hürtgenwald über die Lage informiert. NRW-Innenminister Herbert Reul und Landwirtschaftsministerin Silke Gorissen (beide CDU) hatten von möglichem menschlichem Fehlverhalten gesprochen.
Bei der zu Hürtgenwald ermittelnde Kölner Polizei hiess es am Sonntag, man habe ein Hinweisportal geschaltet. Abschliessende Erkenntnisse gebe es noch nicht, die eingegangenen Hinweise würden ausgewertete, berichtete eine Polizeisprecherin.

















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