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Keystone-SDA | Montag, 23. Februar 2026

Grückliche Gastgeber und Schweizer im Medaillenrausch

Glückliche Gastgeber, Schweizer im Medaillenrausch und ein Hund auf Abwegen: Olympia in Italien hatte einiges zu bieten. Für das IOC könnte das Spektakel ein Nachspiel haben.

Nach gut zwei Wochen grosser Gefühlsoper hat das Spektakel Winter-Olympia Italiens Bühnen am Sonntag verlassen. Für die bitteren Tränen waren selten Schweizer Athletinnen und Athleten zuständig, mit 23-mal Edelmetall schrieben sie so manche Erfolgsgeschichte.

Der Theaterdonner kam mit dem Ausschluss des Ukrainers Wladislaw Heraskewitsch einmal mehr vom Internationalen Olympischen Komitee. Als Sound dieser Winterspiele wird der 80er-Jahre-Ohrwurm "Sarà perché ti amo" von Ricchi e Poveri unvergessen bleiben: "Es wird daran liegen, dass ich Dich liebe". Eine Bilanz der Winterspiele:

Olympische Inseln

Offiziell erstmals zwei Gastgeber, sieben Austragungsorte, viele weite Wege. Diese Winterspiele waren dezentral wie nie zuvor - ein Wagnis im Sinne der IOC-Vorgaben für mehr Nachhaltigkeit. Manch ein Skirennfahrer fühlte sich in Bormio wie auf einer einsamen Insel und klagte, dass sich ein olympisches Gemeinschaftsgefühl so nicht herstellen liess. In einigen Athletendörfern wie in Cortina d'Ampezzo waren dagegen die Gratis-Kondome für die Sportlerinnen und Sportler zeitweilig aufgebraucht. An die grossen Distanzen wird sich die Wintersport-Welt gewöhnen müssen. In Frankreichs Alpen 2030 sieht das Konzept sehr ähnlich aus, für 2038 hat die Schweiz mit ihren Plänen im Fall eines Zuschlags Gleiches vor.

Italienische Herzlichkeit

So mancher hatte klischeehaft an italienischer Organisationskunst gezweifelt. Mailands Eishockeytempel funkelte ziemlich unfertig auf Brachland, und weil die Tramlinie 12 nicht rechtzeitig verlängert wurde, improvisierten die Gastgeber eher mittelgut mit Shuttlebussen. Doch ob gelegentliches Verkehrschaos, Pannen mit kaputten Medaillen oder Stromausfall im Curling-Stadion - mit Gelassenheit und Herz lächelten die Macher der Spiele alle vermeintlichen Sorgen klein.

Grande Emozione

Sportlich machten die Gastgeber sowieso "bella figura". Nie waren die Italiener an Winterspielen erfolgreicher als diesmal. Schon zur Halbzeit hatten sie ihre Bestmarke von 20-mal Edelmetall übertroffen. Die Skirennfahrerin Federica Brignone und die Eisschnelllauf-Mama Francesca Lollobrigida trieben die Begeisterung für die Heimspiele mit Doppel-Gold in die Höhe. "Dieser Erfolg macht uns so glücklich, weil wir die Früchte jahrelanger harter Arbeit ernten", sagte Organisationschef Giovanni Malagò.

Norwegisch-schweizerische Glückseligkeit

Zum Gefühl erfolgreicher Spiele trugen zumindest hierzulande die Schweizer Athletinnen und Athleten bei. 23-mal, so oft wie noch nie, stiegen sie in Mailand, Bormio, Cortina d'Ampezzo und Livigno aufs Podest. Franjo von Allmen mauerte sich mit drei Goldmedaillen zum Alpin-König. Die grössten Medaillenhamsterer stellte abermals Norwegen, das seine Position als Wintersport-Supermacht nicht zuletzt dank Johannes Hösflot Klaebo festigte. Klaebo stieg mit sechsmal Gold zum erfolgreichsten Olympioniken an Winterspielen auf.

Ganz anders sah die Gefühlswelt allzu oft in Deutschland aus. Nur drei Podestplätze mehr sprangen für den grossen Nachbarn heraus. Schliesslich mussten "zu viele 4. Plätze" als Erklärung für die Medaillenflaute herhalten. "Irgendwo zwischen Drama und Tragödie - das schmerzt", bilanzierte Olaf Talibor, der Chef des deutschen Olympia-Teams.

Drama-Queen

Die grösste Storyline der Spiele lieferte eine, die gar nichts ins Ziel kam: Lindsey Vonn. Ihr Comeback war von viel Skepsis begleitet, und nach einer starken Weltcup-Saison zog sich die 41-Jährige kurz vor Olympia nach eigenen Angaben einen Kreuzbandriss zu. Sie startete trotzdem - und stürzte nach 13 Sekunden in der Abfahrt von Cortina schwer. Per Helikopter ging es ins Spital, wo eine komplexe Schienbeinverletzung diagnostiziert wurde. Updates aus dem Spital hielten die Sportwelt an den folgenden Tagen in Atem, ehe Vonn nach mehreren Operationen in die Heimat flog. Dort angekommen machte sie bekannt, dass kurz nach dem Ski-Drama ihr geliebter Hund Leo gestorben ist.

Tierisches und Menschliches

Apropos Hund: Quicklebendig sprintete der Tschechoslowakische Wolfshund Nazgul ins Ziel des olympischen Langlaufstadions. Der zwei Jahre alte Vierbeiner war seinem Besitzer ausgebüxt und sorgte während des Teamsprints für kuriose Bilder - Zielfoto inklusive.

Grossen Wirbel gab es auch um den norwegischen Biathleten Sturla Holm Laegreid. Nach dem Gewinn von Einzel-Bronze gestand er im Fernsehen einen Seitensprung und bat seine Ex-Freundin um Vergebung. Zunächst ohne Erfolg.

Skandal um einen Helm

Ein Nachspiel könnte für das IOC die Eskalation in der Debatte um den Helm des Ukrainers Wladislaw Heraskewitsch haben. Der Skeleton-Pilot wollte nicht auf das Tragen seines Kopfschutzes verzichten, der mehr als 20 bei russischen Angriffen getötete Sportkollegen zeigt. Das IOC hatte den Helm verboten, "weil Meinungsäusserungen dieser Art während der olympischen Wettbewerbe nicht erlaubt" sind. Im Eilverfahren wies der Internationale Sportgerichtshof CAS den Einspruch von Heraskewitsch ab. Der 27-Jährige könnte den Fall nun vor ein ordentliches Gericht bringen.

Und was kommt jetzt?

Sportpolitisch bietet der Blick in die Zukunft für IOC-Chefin Kirsty Coventry weitere heikle Herausforderungen. Dafür steht allein schon der Gastgeber des nächsten Olympia-Spektakels: 2028 empfängt Donald Trump die Sportwelt in Los Angeles.

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