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Keystone-SDA | Mittwoch, 28. Januar 2026

Gutachter: Magdeburger Todesfahrer ist weiterhin gefährlich

Der Todesfahrer vom Magdeburger Weihnachtsmarkt ist nach einem Gutachten schuldfähig und weiterhin gefährlich.

Er werde darlegen, dass beim Angeklagten keine Gründe für eine Schuldminderung oder Schuldunfähigkeit vorlägen, erklärte der psychiatrische Sachverständige Bernd Langer zu Beginn seiner Ausführungen im Prozess gegen Taleb al-Abdulmohsen vor dem Landgericht Magdeburg im ostdeutschen Bundesland Sachsen-Anhalt. Es gehe weiterhin eine Gefahr für die Allgemeinheit von dem 51-Jährigen aus, so Langer.

Sechs Tote und mehr als 300 Verletzte

Nach der Anklage der Generalstaatsanwaltschaft Naumburg hatte al-Abdulmohsen am 20. Dezember 2024 einen mehr als zwei Tonnen schweren und 340 PS starken Wagen etwa 350 Meter weit über den Weihnachtsmarkt in Magdeburg gelenkt. Der Angeklagte war dabei mit bis zu 48 Kilometern pro Stunde unterwegs. Fünf Frauen und ein neunjähriger Junge starben. Mehr als 300 Menschen wurden verletzt.

Nach der Tat lehnte al-Abdulmohsen, der aus Saudi-Arabien stammt, Gespräche mit einem Psychiater ab. Der Sachverständige war deshalb an einer Reihe von Verhandlungstagen dabei und beobachtete dessen Verhalten. Zudem hatte er nach eigenen Angaben Einblick in die Ermittlungsakten.

Angeklagter wütet in Sicherheitskabine

Während der Ausführungen des Gutachters wurde der Angeklagte wütend und schimpfte laut in der Sicherheitskabine. Langer sprach zu dem Zeitpunkt über das Engagement des 51-Jährigen für Flüchtlinge und von einem "Konkurrenzkampf" zwischen ihm und einer Organisation, die der Angeklagte seit Jahren heftig kritisiert.

Nach erfolgloser Ermahnung zur Ruhe schaltete der Vorsitzende Richter Dirk Sternberg das Mikrofon des 51-Jährigen ab, so dass der Sachverständige seine Ausführungen zunächst bis zu einer Mittagspause fortsetzen konnte. Das Geschrei des Angeklagten war jedoch auch ohne Mikro aus der Sicherheitskabine heraus zu hören. Mehrfach schlug er mit der Hand auf den Tisch vor sich.

Al-Abdulmohsen arbeitete bis zum Anschlag auf dem Weihnachtsmarkt als Psychiater im Massregelvollzug für psychisch kranke Straftäter in Bernburg. Die Anklage wirft ihm unter anderem vollendeten Mord in sechs Fällen und versuchten Mord in 338 weiteren Fällen vor. Er hat die Tat im Wesentlichen zugegeben.

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