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Wirren beim FC St.Gallen beendet
Reto Voneschen | Mittwoch, 27. Mai 2026

Hüppi bleibt: Die Ordnung ist beim FCSG wieder hergestellt

Matthias Hüppi bleibt Verwaltungsratspräsident der FC St.Gallen AG, ebenso widerrufen vier Verwaltungsräte ihren Rücktritt. Beim Aktionariat scheiden die vermeintlichen Rädelsführer des «Putschs» aber aus.

Es waren turbulente Tage beim FC St. Gallen. Erst der Cupsieg, dann die an die Öffentlichkeit gelangten Diskussionen über die künftige Besetzung des Verwaltungsrates. Von «Putsch» und «Machtkämpfen» war die Rede.

Konkret versuchten Teile des Aktionariats der FC St. Gallen Event AG den Verwaltungsrat neu zu besetzen. Aus Solidarität traten dann vier der fünf Verwaltungsräte zurück, einzig Patrick Thoma – der im letzten Herbst dazugestossene Vertreter des Aktionariats – wäre verblieben. VR-Präsident Matthias Hüppi liess alle Fristen verstreichen, sodass sich das Aktionariat bereits auf die Suche nach einem neuen Präsidenten machte und in der Person von alt Regierungsrat Stefan Kölliker fündig wurde. 

Die Reaktionen in der Öffentlichkeit waren heftig. Auf völliges Unverständnis stiessen die Umbesetzungen in breiten Teilen der Anhängerschaft. Selbst die Regierung meldete ihre Bedenken an. Im Hintergrund liefen am Dienstag aber die Drähte heiss. Am Mittwochvormittag präsentierte Hüppi dann zusammen mit den Grossaktionären Reto Preisig (CEO Schützengarten AG) und Philipp Bienz die Resultate der «intensiven Diskussionen», wie es Hüppi nannte.

Und diese sollten die FCSG-Fans erfreuen: Hüppi bleibt VR-Präsident, die Verwaltungsräte Beni Würth, Patrick Gründler, Philipp Hammer und  Peter Germann ziehen ihre Rücktritte zurück, Thoma scheidet dagegen aus dem VR aus. Dieser wird, ebenso wie Roland Gutjahr, Ernst Eisenhut und Martin Jäger, seine Anteile an der FC St Gallen Event AG den verbleibenden sechs Aktionären abtreten. 

Das heisst mit anderen Worten: Die gemässigten Kräfte rund um Hüppi gewinnen den Machtkampf um die Führung des grössten und populärsten Klubs der Ostschweiz. 

Nachfolgeregelung schon länger ein Thema

Von persönlichen Angriffen halte er nichts, sagte Hüppi gleich zu Beginn der Medienkonferenz, ebenso warnte er vor «Hass und Hetzjagden». So fiel weder von ihm noch von Bienz und Preisig ein böses Wort über die Aktivitäten von Thoma und Gutjahr, welche unter dem Deckmantel der «Nachfolgeregelung im Verwaltungsrat» nach neuen Vertretern Ausschau hielten. Die Portierung Köllikers als neuer Präsident sei nicht mit den Aktionären abgesprochen gewesen, teilte beispielsweise Bienz mit. 

«Es geht um Unabhängigkeit, Vertrauen und Glaubwürdigkeit», betonte Hüppi, der ebenso zugab, dass sein Interview kurz nach dem Cupsieg – bei  welchem er antönte, dass es hinter den Kulissen brodelt – nicht geplant gewesen sei. «So schlau bin ich dann doch nicht», sagte Hüppi, «das geschah aus den Emotionen heraus, es platzte einfach aus mir raus.» Damit sich die Mannschaft bestmöglichst auf den Cupfinal vorbereiten konnte, hielt Hüppi die «extremen Diskussionen der Vorwochen» bewusst aus der öffentlichen Diskussion raus.

«Die Nachfolgeregelung muss ein längerer Prozess sein, der Klub muss in gute Hände kommen. Leadership heisst nicht Macht sondern Verantwortung.»

Matthias Hüppi, Verwaltungsratspräsident FC St.Gallen AG

Hüppi erklärte auch, dass die Nachfolgeregelung schon länger im Verwaltungsrat ein Thema sei. Bei dieser Thematik beharre er aber gegenüber dem Aktionariat, das den VR bestellt, auf ein Mitsprachrecht. «Das muss ein längerer Prozess sein, der Klub muss in gute Hände kommen. Leadership heisst nicht Macht sondern Verantwortung.» Gleichzeitig wies er darauf hin, dass die «Strategie 2029» – dem Jubiläumsjahr des Klubs – einer der künftig wichtigsten Punkte in VR und Aktionariat sei. Allerdings warnte er davor, «die Zitrone nicht auszupressen. Wir müssen uns fragen, was ist noch möglich? Wohin wollen wir?»

Die Besetzung mit sechs Grossaktionären sei auch nicht sakrosankt, betonte Bienz, ebenfalls sehe er keine Veranlassung das bisherige System mit den sogenannten «Klein-Aktionären» zu ändern. Ebenso bekräftigte Preisig, dass ein Verkauf des Klubs an Investoren unter dem aktuellen Aktionariat und Verwaltungsrat kein Thema sei.

«Auch wenn der Weg steinig war, sind wir nun zu einem guten Ergebnis gekommen», schloss Hüppi. Damit sprach er der FCSG-Anhängerschaft wohl aus dem Herzen.

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