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"Ich war sehr enttäuscht, dass ich hier nicht spielen könnte"
Stan Wawrinka verliert sein letztes Spiel am US Open in drei Sätzen gegen Matteo Berrettini. Danach spricht er über die Enttäuschung, die er verspürte, als er dachte, das Turnier zu verpassen.
Stan Wawrinkas Vorbereitung auf das US Open war, gelinde gesagt, suboptimal. Er spielte ein Challenger-Turnier in Cancun, Mexiko, verlor dort im Achtelfinal und reiste nach New York - in der Hoffnung auf eine Wildcard für sein letztes US Open vor dem Rücktritt Ende Jahr. Zur Überraschung (fast) aller, erhielt er diese genau zehn Jahre, nachdem er hier Champion war, zunächst nicht. Also flog er am Montagabend in die Schweiz zurück.
Nach der verletzungsbedingten Absage des Amerikaners Patrick Kypson holten die Turnierverantwortlichen das Versäumte nach - und Wawrinka landete am Donnerstag wieder in New York. Trotz der kleinen Odyssee verspürt der dreifache Grand-Slam-Sieger nur Dankbarkeit. "Ich war sehr enttäuscht", gibt er nach der Erstrundenpartie gegen Berrettini zu. "Aber nicht, dass ich keine Wildcard bekam. Das meine ich ernst." Es sei immer ein Privileg, nicht etwas, das man verlangen dürfe. "Aber ich war sehr enttäuscht, dass ich nicht noch einmal hier spielen konnte."
Wahnsinnige Atmosphäre
Nun zeigt sich Wawrinka (ATP 127) trotz der 6:7, 6:7, 0:6-Niederlage gegen den 84 Plätze besser klassierten Italiener glücklich. "Es war noch einmal eine wahnsinnige Atmosphäre", schwärmt er nach dem Spiel auf dem drittgrössten Court der Anlage in Flushing Meadows. "Das war das Wichtigste für mich, noch einmal diese Fans erleben zu dürfen." Wie Roger Federer vor fünf Jahren im Wimbledon-Viertelfinal (gegen Hubert Hurkacz) beendet Wawrinka damit seine Grand-Slam-Karriere mit einem 0:6 - und es spielt auch in seinem Fall keine Rolle.
Der 41-jährige Waadtländer, der Anfang Jahr verkündete, dass dies seine letzte Saison ist, enttäuscht auch am Montagabend gegen Berrettini, den Wimbledon-Finalisten von 2021, nicht. Er gewinnt aber die entscheidenden Punkte nicht. In Wimbledon hatten die beiden "Veteranen" erstaunlicherweise zum ersten Mal überhaupt gegeneinander gespielt, der Italiener hatte in über viereinviertel Stunden in vier Tiebreaks die Oberhand behalten - und auch diesmal schafft er in den Tiebreaks die Vorentscheidung.
Trotzdem zufrieden
"Natürlich wünschte ich mir, mehr Matches zu gewinnen", meint Wawrinka im Anschluss. "Dann wäre auch das Selbstvertrauen in diesen engen Momenten grösser. Aber grundsätzlich bin ich mit diesem, meinem letzten Jahr zufrieden. Das Niveau ist gut, ich bin immer konkurrenzfähig."
Die Fans, die in Scharen auf den so genannten Grandstand gepilgert sind, danken es dem Lausanner mit einer Standing Ovation. Auf dem Videoschirm erscheinen noch einmal die grössten Momente Wawrinkas beim Grand-Slam-Turnier in New York, Turnierdirektor Eric Butorac und CEO Craig Tiley ehren den Schweizer anschliessend noch mit einem grossen Poster von seinen Auftritten am US Open.
Dann macht er mit seinen Händen ein Herz vor der Brust und verabschiedet sich von der ganz grossen Bühne - mit etwas Wehmut, aber hoch erhobenen Hauptes. "Ich werde das Tennis vermissen", sagt er zum Abschluss.

















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