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Keystone-SDA | Donnerstag, 11. Juni 2026

In St. Gallen und Kreuzlingen finden feministische Streiks statt

Ein zweitägiges Programm in St. Gallen und ein Streikanlass in Kreuzlingen wollen am 13. und 14. Juni auf Erschöpfung, Gewalt gegen Frauen und fehlende Schutzangebote aufmerksam machen. Im Thurgau steht am Streik die Forderung nach einem Frauenhaus im Zentrum.

Am Wochenende vom 13. und 14. Juni führt das Kollektiv "Feministischer Streik St. Gallen" statt einer Demonstration ein zweitägiges Programm unter dem Motto "Üs langets!" an verschiedenen Orten in der Stadt St. Gallen durch. Ein weiterer feministischer Anlass findet am 14. Juni in Kreuzlingen statt.

Kollektiv fordert Solidarität

Die Erschöpfung von Frauen hält das Kollektiv "Feministischer Streik St. Gallen" nicht für individuelles Versagen, sondern für den Ausdruck eines strukturellen Problems. Es sei "Ergebnis eines Systems, das auf Sexismus, unbezahlter Care-Arbeit und fehlender Vereinbarkeit von Erwerbs- und Sorgearbeit" basiere, heisst es in einer an die Medien im Vorfeld zum Anlass versandten Mitteilung.

Darin kritisiert es "ein System, das Menschen, die als Frauen gelesen werden, strukturell ausbeutet". Noch schlimmer treffe es Personen, die von Mehrfachdiskriminierungen betroffen seien, etwa aufgrund von Herkunft, Hautfarbe, Behinderungen, sexueller Orientierung oder Geschlechtsidentität.

In der Mitteilung spricht das Kollektiv ausserdem die Gewalt gegen Frauen an. Sexualisierte Gewalt im digitalen und analogen Raum zeigten ein klares Muster. "Immer wieder wird deutlich: Wir können uns nicht sicher fühlen", wird Alice Froidevaux vom "Feministischen Streik St. Gallen" zitiert. Diese permanente Unsicherheit werde gesellschaftlich immer noch zu oft bagatellisiert.

Am 14. Juni will das Kollektiv deshalb gemäss Mitteilung den Betroffenen von Gewalt gedenken. Dabei soll ein sicherer Raum für Solidarität entstehen.

Im Thurgau ist Frauenhaus Thema am Streik

In der Mitteilung der SP Frauen Thurgau heisst es, gerade in der aktuellen politischen Situation im Kanton Thurgau und der Debatte um "das weiterhin fehlende Frauenhaus" sei es wichtig, den feministischen Streik sichtbar zu machen. Gleichstellung und Schutz vor häuslicher Gewalt dürften nicht länger aufgeschoben oder blockiert werden.

Das feministische Streikkollektiv TG will am feministischen Streik - der aufgrund des Mitsommerfests in Frauenfeld nach Kreuzlingen verlegt wurde - deshalb die Petition für ein Frauenhaus im Thurgau an Grossratspräsident Felix Meier überreichen.

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