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Keystone-SDA | Sonntag, 18. Januar 2026

In der Stadt St. Gallen gibt es immer mehr Menschen ohne eine Wohnung

Die Zahl der Menschen ohne eine Wohnung nimmt in der Stadt St. Gallen gemäss der Stiftung Suchthilfe zu. Zudem verzeichnen die Sozialen Dienste mehr Übernachtungen in der städtischen Unterkunft für Obdachlose. Ständig obdachlos sind in der Kantonshauptstadt jedoch weiterhin nur wenige Menschen.

Noch gehört die Obdachlosigkeit erst vereinzelt zum Stadtbild von St. Gallen. Von den schweizweit schätzungsweise rund 2200 Menschen ohne Obdach lebt nur ein kleiner Teil in der Kantonshauptstadt. Fachleute gehen jedoch davon aus, dass ihre Anzahl in den kommenden Jahren ansteigen könnte.

"In St. Gallen gibt es immer weniger bezahlbaren Wohnraum", erklärte etwa Regine Rust, Geschäftsleiterin der Stiftung Suchthilfe, auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Im niedrigen Preissegment seien die Kosten für Wohnungen am stärksten gestiegen. Eine Abwärtsspirale droht: Mietrückstände können zu psychischen Erkrankungen führen, allenfalls kommt der Konsum von Drogen hinzu, was wiederum die Psyche belasten kann. "In der Summe führt das dazu, dass weniger Menschen eine Wohnung haben", so Rust.

Nicht immer führt der Verlust der Wohnung dazu, dass die Betroffenen automatisch obdachlos werden. Wer keine Bleibe mehr hat, findet eventuell bei Freunden, Bekannten, Verwandten oder in einer Obdachlosenunterkunft Unterschlupf. Diese Personen gelten dann als wohnungs-, nicht aber als obdachlos. "Wir gehen aktuell von drei bis vier Personen aus, die in der Stadt ständig obdachlos sind", so Regine Rust.

Anzahl der Übernachtungen im UFO nimmt zu

Auch den Sozialen Diensten der Stadt St. Gallen ist aktuell nur eine "sehr kleine Zahl" von Leuten bekannt, die dauerhaft obdachlos ist. Genaue Zahlen fehlen und daher seien Aussagen über eine mögliche Zunahme von Obdachlosen schwierig. Bei den Leuten, die ohne eigene Wohnung zurechtkommen müssen, sei der Anstieg hingegen feststellbar.

Zudem zeigt ein weiterer Trend klar nach oben, nämlich die Anzahl der Übernachtungen in der städtischen Unterkunft für Obdachlose (UFO), in der die Personen kurz bis mittelfristig bleiben können. "Bereits per Ende November 2025 haben wir die Anzahl der Übernachtungen des Vorjahres überschritten", schrieb Philip Fehr, Leiter Sozialhilfe bei der Stadt St. Gallen, auf Anfrage.

Dass die Anzahl Übernachtungen zunimmt, heisst nicht zwangsläufig, dass auch mehr Personen in die Obdachlosenunterkunft eintreten. Es könnte gemäss Fehr jedoch ein Indiz dafür sein, dass es für Leute ohne Wohnungen immer länger dauert, eine neue Bleibe zu finden.

Crack ist auf dem Vormarsch

Immer häufiger kommen auch junge Frauen in die Obdachlosenunterkunft. "Zudem hat sich der Schwerpunkt der Problemlagen von primär Suchterkrankungen hin zu vielfältigen psychischen Erkrankungen ausgeweitet", so Philip Fehr weiter.

Auf dem Vormarsch ist bei wohnungs- und obdachlosen Personen zudem die Droge Crack. Es handelt sich um Kokain, das mit Natriumkarbonat aufgekocht und in Form von kleinen Steinchen meist in einer Pfeife geraucht wird. Die Stadtpolizei St. Gallen etwa nannte den "zunehmenden Crack-Konsum" als einen der Gründe, weshalb in den letzten Monaten eine Zunahme von Obdachlosen in der Stadt verzeichnet worden sei.

Noch kein Fentanyl im Umlauf

Auch Philip Fehr schrieb von einem "stark aufgekommenen Konsum" von Crack in den letzten zwei Jahren. "Es wird für diese Bevölkerungsgruppe je länger desto schwieriger, selbstständig zu wohnen." Auch gebe es Schilderungen, dass der Umgang unter den Obdachlosen rauer und teilweise gewalttätiger geworden sei.

Immerhin bei Fentanyl, einem Schmerzmittel, das schnell und stark abhängig macht, gibt es derzeit Entwarnung. "Wir sind in Kontakt mit dem Kantonslabor und der Polizei und alle sagen übereinstimmend, dass Fentanyl in der Stadt St. Gallen kein Thema ist", so Regine Rust.

Keine der angefragten Stellen geht davon aus, dass die Herausforderungen rund um die Obdachlosigkeit in Zukunft abnehmen. "Ein weiterer Anstieg der Obdachlosenzahlen kann nicht ausgeschlossen werden", schrieb etwa Philip Fehr. Die Sozialen Dienste passten ihr Angebot deshalb laufend an. Zudem sei zu beobachten, dass immer mehr Obdachlose aus anderen Gemeinden in die Stadt kämen, um dort bei Personen oder in der Obdachlosenunterkunft unterzukommen.

Die finanziellen Mittel werden weniger

Auch die Stiftung Suchthilfe ist immer stärker gefordert, bei gleichzeitig schwindenden finanziellen Mitteln. Weil der Tagessatz der Ergänzungsleistungen reduziert worden sei, sei das Wohnangebot "Arche" mittelfristig in der Existenz bedroht, so Rust. Die Wohngemeinschaft bietet acht Menschen mit Suchtproblemen einen betreuten, unbefristeten Wohnraum.

Eine Lösung zeichnet sich für die Beratungsstelle "Plan W" für Obdachlose der Suchthilfe ab. Das Projekt beriet einerseits bereits obdachlose Personen. Andererseits erhielten auch Personen eine Beratung, die drohten, die Wohnung zu verlieren. Nach einem Unterbruch seit dem Sommer kann das Angebot dank privaten Geldgebern ab dem kommenden Jahr wieder reduziert angeboten werden, so Rust.

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