Die digitale Ausgabe des Sarganserländers.
Internet in einigen Teilen Irans wieder funktionsfähig
Nach einer zweiwöchigen Internetsperre im Iran können viele Nutzer in dem Land allmählich wieder mit der Welt online kommunizieren. Daten des IT-Unternehmens Cloudflare zufolge erreichte der landesweite Datenverkehr beim Aufrufen von Webseiten inzwischen wieder rund 30 Prozent des üblichen Niveaus vor der Blockade.
Mit sogenannten Tunneldiensten (VPN) gelang es ausserdem einigen Bewohnern der Hauptstadt Teheran wieder WhatsApp-Nachrichten zu verschicken. Apps des Facebook-Konzerns sind beliebt im Iran, aber grundsätzlich gesperrt. Iranerinnen und Iraner, die am Freitag wieder online gehen konnten, äusserten jedoch die Sorge, dass es sich nur um eine temporäre Lockerung handelte.
"Seit Freitagmorgen ist die breitere Verfügbarkeit von Messaging-Apps bestätigt und es werden mehr VPN-Tunnel aus dem Iran hergestellt", schrieb die auf Internetsperren spezialisierte Organisation Netblocks auf X. Das Netz werde jedoch stark zensiert und die beobachtbare internationale Konnektivität bleibe gering.
Der Staat hatte die Sperre offiziell mit Sicherheitsbedenken begründet. Ali Akbar Purdschamschidian, Vorsitzender eines nationalen Sicherheitsgremiums, verteidigte die Blockade am Mittwoch im Staatsfernsehen. "Für die Bevölkerung gibt es das Thema Sicherheit und es gibt das Thema Wirtschaft", sagte der frühere General. "Und in dieser Situation war uns die Sicherheit wichtiger."
Der Präsident der iranischen Industrie- und Handelskammer warnte jüngst vor unvorhersehbaren Folgen für die Wirtschaft. Mehr als 400.000 Unternehmen seien in ihrer Existenz bedroht, sagte Gholamhossein Schafei dem Onlineportal Asre-Eghtesad. Halte die Internetsperre an, stehe der Lebensunterhalt von rund neun Millionen Beschäftigten auf dem Spiel.
















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