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Keystone-SDA | Samstag, 14. Februar 2026

Iran-Proteste: Aufsehen nach Äusserungen zu Frauenleichen

Im Iran haben einen Monat nach der brutalen Repression gegen Proteste Äusserungen eines Politikers für Wirbel gesorgt. Mohammed Seradsch, Mitglied der Sozialkommission des Parlaments, äusserte sich zu einem Bericht einer Studierendenvereinigung über 50 weiterhin nicht identifizierte Frauenleichen in der Hauptstadt Teheran: "Weder ist jemand gekommen, um nach ihnen zu suchen, noch hatten sie Ausweisdokumente bei sich", sagte der Abgeordnete der Nachrichtenagentur Ilna.

Die Organisation für Rechtsmedizin dementierte den Bericht, wie der staatlich kontrollierte Rundfunk meldete. "Alle bei den Ereignissen (...) ums Leben gekommenen Frauen wurden identifiziert und den Angehörigen übergeben", hiess es.

Studierende berichten aus Leichenhalle

Die Studierendenvereinigung der Soziologie an der renommierten Tarbiat-Modarres-Universität in Teheran hatte vor gut einer Woche über eine Leichenhalle am südlichen Rand der Hauptstadt berichtet. "Wer waren diese fünfzig Frauen, die bis heute im Leichenschauhaus der Stadt Teheran verblieben sind?", fragen die Autoren auf Telegram. "Eine Frau hatte ihre Zähne stark zusammengebissen, und ihr ganzes Gesicht war von Blut überströmt. Angst und Wut waren weiterhin in ihrem Gesicht zu sehen", hiess es.

Die iranische Rechtsmedizin teilte laut dem Rundfunk mit, ihr sei kein Besuch der Studierendenvereinigung in der besagten Leichenhalle bekannt.

Aktivisten: Mehr als 7.000 Tote bei Protesten

Auslöser der jüngsten Proteste war Ende Dezember zunächst eine Wirtschaftskrise, ehe sie sich zu einem landesweiten Aufstand ausweiteten. Anfang Januar folgten Massenproteste, die brutal niedergeschlagen wurden. Laut dem in den USA ansässigen Menschenrechtsnetzwerk HRANA kamen dabei mehr als 7.000 Menschen ums Leben, darunter rund 6.500 Demonstranten. Mehr als 50.000 Menschen seien festgenommen worden.

Der Staat verbreitet hingegen eine andere Darstellung: Von den Erzfeinden USA und Israel angeheuerte Söldner sollen landesweit terroristische Attacken verübt haben. Nach offiziellen Angaben gab es dabei 3.117 Tote.

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