Die digitale Ausgabe des Sarganserländers.
Italienische Banken vor milliardenschwerer Übernahmeschlacht
Im italienischen Bankensektor dreht sich das Übernahmekarussell weiter. Monte dei Paschi di Siena (MPS) greift gleich nach zwei Konkurrenten.
Der Übernahmekampf im italienischen Bankensektor gewinnt weiter an Fahrt. Die Grossbank Monte dei Paschi di Siena (MPS) hat am Freitag gleich für zwei Konkurrenten milliardenschwere Übernahmeofferten vorgelegt und reagiert damit auf einen Vorstoss des Rivalen Intesa Sanpaolo.
Die beiden Transaktionen sollen vollständig mit Aktien finanziert werden, wie MPS mitteilte. Ziel sei es, gemessen an der Bilanzsumme die drittgrösste Bankengruppe Italiens zu schaffen.
MPS bewertet Banco BPM mit 25,3 Milliarden Euro und Banca Generali mit 8,7 Milliarden. Durch den Zusammenschluss sollen jährliche Synergien von rund 2,6 Milliarden Euro vor Steuern entstehen. Die neue Gruppe käme auf ein verwaltetes Vermögen von rund 810 Milliarden.
Abwehrmassnahme gegen Intesa
Die Angebote richten sich auch gegen eine im Juni angekündigte feindliche Übernahmeofferte von Intesa Sanpaolo über rund 31 Milliarden Euro. Diese hatte eine neue Konsolidierungswelle im italienischen Bankensektor ausgelöst.
MPS will zudem den eigenen Aktionären eine ausserordentliche Ausschüttung von vier Milliarden Euro zukommen lassen. Diese soll aus Barmitteln und Generali-Aktien bestehen.
Die Pläne müssen noch von einer Mehrheit der MPS-Aktionäre genehmigt werden. Eine entsprechende Generalversammlung ist für Oktober vorgesehen.
Die 1472 in Siena gegründete MPS war 2017 mit einem staatlichen Rettungspaket über rund 5,4 Milliarden Euro gestützt worden. Der italienische Staat hat seine Beteiligung seither schrittweise reduziert.
Im vergangenen Jahr stieg MPS nach der Übernahme von Mediobanca zur drittgrössten Bank Italiens auf. Banco BPM hatte MPS im Juni Gespräche über eine Fusion vorgeschlagen. Diese waren im vergangenen Monat jedoch ohne Einigung beendet worden.

















Kommentare (0)
Schreibe einen Kommentar