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Keystone-SDA | Freitag, 19. Juni 2026

Japans Reispreise fallen erstmals seit dreieinhalb Jahren

Die Preise für Japans wichtigstes Grundnahrungsmittel, den Reis, sind im Mai im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Es ist der erste Rückgang seit dreieinhalb Jahren.

Mit Ausnahme der Premiumsorte Koshihikari lagen die Reispreise im Mai 5,4 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Es war der erste Preisrückgang seit November 2022, wie ein Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur AFP am Freitag mitteilte.

Die Reispreise in Japan waren 2024 und 2025 stark gestiegen. Ursachen waren schlechte Ernten infolge der Hitze im Jahr 2023, Hamsterkäufe nach einer Warnung vor einem möglichen "Mega-Erdbeben" im Jahr 2024 sowie Störungen in den Lieferketten.

Auch Touristen sind schuld

Der Rekordansturm von Touristen soll den Verbrauch zusätzlich erhöht haben. Mitte 2025 hatten sich die Reispreise im Jahresvergleich nahezu verdoppelt.

Zusammen mit dem sinkenden Lebensstandard und Korruptionsskandalen trug die massive Verteuerung des Grundnahrungsmittels zu mehreren Wahlniederlagen der Regierungspartei bei. Zudem führte sie zum Rücktritt von Premierminister Shigeru Ishiba im vergangenen September nach weniger als einem Jahr im Amt.

Die Behörden reagierten im Verlauf des Jahres 2025 unter anderem damit, Reis aus den Notfallreserven des Landes freizugeben und direkt an Detailhändler zu verkaufen. Zudem kündigte Tokio an, die Reisproduktion wieder auszubauen, nachdem über Jahrzehnte versucht worden war, die Landwirtschaft stärker zu diversifizieren.

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