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Johan Manzambi ist "in allen Köpfen"
An der WM war er bis zu seiner Verletzung die prägende Figur im Nationalteam. Nun ist Johan Manzambi zurück und spricht über das Turnier, den Wechsel zu Aston Villa und seinen Fitnessstand.
Der humpelnde Gang, das dick einbandagierte Knie und der Lego-Pokal in Manzambis Händen: Es ist eines der Bilder, die von der WM im Sommer geblieben sind. Die unglückliche Trainingsverletzung unmittelbar vor dem Achtelfinal gegen Kolumbien verhinderte, dass der junge Genfer dem Turnier weiter seinen Stempel aufdrücken konnte.
Drei Tore und zwei Assists hatte er bis zu diesem Zeitpunkt vorzuweisen - und dies, obwohl er nur in zwei der vier Spiele in der Startaufstellung stand. Unweigerlich fragte man sich, was ohne Manzambis Knieverletzung passiert wäre. Wäre das Schweizer Team noch weiter gekommen? Und hätte Manzambi dann die Auszeichnung für den besten Jungspieler des Turniers gewonnen?
Es sind Fragen, die ins Leere führen. So blickt Manzambi etwas mehr als zwei Monate später nicht mit Wehmut auf das Turnier zurück, sondern mit Genugtuung. "Es war eine sehr gute WM mit einer tollen Gruppe", sagt der 20-Jährige an der Pressekonferenz in Belek. Die Verletzung sei natürlich schwer für ihn gewesen. "Aber ich habe dann versucht, die Mannschaft von aussen zu pushen." Auf das Erreichte sei er sehr stolz.
Sein Transfer bricht mehrere Rekorde
Auch wenn seine persönliche WM-Geschichte unvollendet blieb: Durch seine Leistungen hatte sich Manzambis ohnehin hoher Marktwert nochmals deutlich erhöht. Am Ende soll Aston Villa rund 60 Millionen Euro an Freiburg überwiesen haben, wobei nochmals 10 Millionen Euro an Bonuszahlungen hinzukommen könnten. Damit ist Manzambi der teuerste Zugang in der Klubgeschichte von Aston Villa, der - mit grossem Abstand - teuerste Verkauf in der Geschichte des SC Freiburg und Schweizer Rekordtransfer. Manzambi löste Granit Xhaka ab, für den Arsenal vor zehn Jahren 45 Millionen Euro an Borussia Mönchengladbach überwies.
Es seien Zahlen, die ihm wenig bedeuten würden, sagt Manzambi. Doch freue er sich über die Wertschätzung und das Vertrauen, die ihm der Klub und Trainer Unai Emery während des Transferprozesses entgegengebracht hätten.
Sein Einstand in der Premier League hat sich wegen der Verletzung verzögert. Erstmals wieder voll mittrainiert habe er in der Woche vor dem Nottingham-Spiel, bei dem er als Einwechselspieler zu seinem Debüt kam. Eine Woche später, am vergangenen Samstag, stand Manzambi als Zehner hinter der Sturmspitze erstmals in der Startaufstellung. Der Schweizer dankte es mit einem Tor und einem Assist, während die Fans dem Zugang bereits einen eigenen Song widmeten. Angelehnt an "Zombie" von The Cranberries singen die Villans: "He's in your head. Manzambi-bi-bi."
Emery mit Lob und Mahnung
Unai Emery, der in seiner Zeit bei Arsenal bereits für Granit Xhaka eine prägende Figur war, soll Manzambi auf das nächste Level bringen. Gegenüber "The Athletic" sagte der 54-jährige Spanier nach dem letzten Spiel: "Manzambi hat ein gutes Spiel gemacht, aber er versteht noch nicht alles, was seine Position betrifft." Er sei ein fantastischer Spieler und müsse sich frei fühlen, um seine Qualitäten einzubringen. "Aber immer innerhalb unserer Struktur."
Eine Aussage, die stark an das erinnert, was Murat Yakin zu Beginn der WM über Manzambi sagte. Ist er im Fluss, ist der Strassenfussballer kaum zu stoppen. Allerdings vermissen die Trainer bei ihm manchmal die nötige Disziplin. Dies ist in der Premier League, in der gemäss Manzambi nochmals alles ein bisschen schneller geht als in der Bundesliga, unabdingbar.
Ansonsten steht einer grossen Karriere praktisch nichts mehr im Weg. Das zeigt auch die Nomination als bester Jungspieler beim Ballon d'Or. Gemeinsam mit neun anderen Akteuren, unter ihnen Lamine Yamal und Pau Cubarsi, darf Manzambi Ende Oktober auf den Gewinn der Kopa-Trophäe hoffen. Auch darauf angesprochen, gibt er sich zurückhaltend: "Die Nomination hat mich glücklich gemacht, aber ich fokussiere mich einfach auf mich selbst und will immer besser werden."
Aston Villa zeigt sich "gentleman-like"
Vorerst steht bei Manzambi das nächste Kapitel mit der Nationalmannschaft auf dem Programm. Ob er nach seinem erst kürzlich erfolgten Comeback schon wieder dabei sein könnte, war lange unklar. "Wir haben eigentlich nicht mit ihm gerechnet", erklärte Murat Yakin bei der Kaderbekanntgabe von letzter Woche. Der Austausch mit Aston Villa sei aber stets gut gewesen. "Dass der Klub ihn freigegeben hat, ist sehr gentleman-like und sportlich."
Während des Camps in Belek wird Yakin beobachten, wie sehr er Manzambi in den vier Spielen vom 26. September bis zum 6. Oktober bereits forcieren kann. Gut möglich, dass der Trainer dem Shootingstar die eine oder andere Pause geben wird.
Manzambi selbst hält am Mittwochvormittag fest, er fühle sich zu 100 Prozent fit und sei froh, wieder im Kreis des Nationalteams dabei zu sein. Nun hofft er, dort weitermachen zu können, wo ihn seine Verletzung an der WM gestoppt hat.

















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