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Keystone-SDA | Sonntag, 31. Mai 2026

Jordaniens rasanter Aufstieg

WM-Neuling, Verletzungssorgen und ein Klubkollege von Breel Embolo als Leistungsträger: Das ist das jordanische Nationalteam, der Schweizer Testspielgegner vom Sonntag.

Vier Nationen werden an der WM in Mexiko, Kanada und den USA erstmals dabei sein, Jordanien ist eine davon. Welche Bedeutung diese Premiere für das Land hat, zeigte sich vor wenigen Tagen erneut.

Am 25. Mai, als Jordanien den 80. Jahrestag seiner Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich feierte, wurde die Nationalmannschaft in den Königspalast eingeladen. Dort verlieh König Abdullah II. den Spielern und Trainern, die die erstmalige WM-Qualifikation ermöglicht hatten, den Unabhängigkeitsorden erster Klasse.

Die identitätsstiftende Rolle, die das Nationalteam im Land spielt, zeigt sich auch am Beinamen "Al Nashama". Der Begriff hat mehrere Bedeutungen und lässt sich nur schwer ins Deutsche übersetzen. Am ehesten wird er mit "die Tapferen" oder "die Ehrenhaften" wiedergegeben.

Mehrere Erfolge in den letzten Jahren

Allerdings liess der sportliche Erfolg der jordanischen Fussballer lange auf sich warten. Ein erstes Ausrufezeichen setzte die Mannschaft an der Asienmeisterschaft 2024. Dort stiess sie bis in den Final vor, den sie mit 1:3 gegen Katar verlor, den ersten Schweizer Gruppengegner an der WM.

Auch am Arab Cup erreichte Jordanien vor einem halben Jahr den Final. Dort musste sich das Team Marokko mit 2:3 nach Verlängerung geschlagen geben.

Der schönste 2. Platz gelang jedoch in der WM-Qualifikation: Hinter Südkorea, aber vor Irak, Oman, Palästina und Kuwait sicherte sich Jordanien die direkte WM-Teilnahme. Begünstigt wurde der Erfolg auch durch die Aufstockung des Turniers von 32 auf 48 Mannschaften. Dadurch erhielt Asien erstmals acht fixe WM-Startplätze statt bislang viereinhalb.

Al-Tamari als offensiver Hoffnungsträger

Die Mannschaft, die seit Juni 2024 vom marokkanischen Trainer Jamal Sellami betreut wird, kommt ohne grosse Namen aus. Der in Europa bekannteste Spieler ist Mousa Al-Tamari, der seit drei Jahren in Frankreich spielt. Seit Februar 2025 steht der 28-jährige Flügelspieler bei Rennes unter Vertrag und ist dort Teamkollege von Breel Embolo. In dieser Saison kam Al-Tamari auf sieben Tore und elf Assists, Embolo auf zehn Treffer und drei Vorlagen.

In der WM-Qualifikation glänzten neben Al-Tamari auch Yazan Al-Naimat und Ali Olwan als regelmässige Torschützen. Umso bitterer ist, dass beide von Verletzungen ausgebremst wurden. Während Al-Naimat die WM verpassen wird, besteht bei Olwan noch Hoffnung auf eine rechtzeitige Rückkehr.

In der Gruppe mit Österreich, Algerien und Argentinien ist Jordanien aber sowieso der klare Aussenseiter. Jeder Punktgewinn wäre bereits "ehrenhaft".

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