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Keystone-SDA | Dienstag, 14. Juli 2026

JPMorgan und Goldman Sachs legen deutlich zu

Hohe Einnahmen aus Zinsen und Wertpapierhandel haben den grossen Geldhäusern der USA im vergangenen Quartal unerwartet viel Gewinn eingebracht. Die grösste US-Bank JPMorgan Chase erzielte sogar den höchsten Quartalsgewinn ihrer Geschichte.

Dies dank der Beteiligung am Kreditkartenanbieter Visa. Auch bei Goldman Sachs, Wells Fargo, Citigroup und Bank of America ging es überraschend stark aufwärts.

Visa-Plus bei JPMorgan

JPMorgan profitierte im zweiten Quartal von sprudelnden Einnahmen in fast allen Geschäftsfeldern. Zusätzlich strich die Bank einen Sondergewinn aus ihrer jahrzehntealten Beteiligung am Kreditkartenanbieter Visa ein, indem sie ihre bisherigen Papiere in andere Aktientypen des Zahlungskonzerns eintauschte. Der Gewinn daraus lag bei 4,6 Milliarden Dollar, nachdem JPMorgan in früheren Jahren mit ähnlichen Schritten insgesamt noch mehr Gewinn erzielt hatte.

Insgesamt sprang der Quartalsüberschuss der Bank im Jahresvergleich um 41 Prozent auf knapp 21,2 Milliarden US-Dollar (18,6 Mrd Euro) hoch. Auch ohne diesen Sonderposten hätte JPMorgan die Analysten-Prognosen übertroffen.

Bankchef Jamie Dimon sieht zugleich mehr Effizienz durch KI: In einigen Positionen habe die Bank dank Künstlicher Intelligenz bis zu 40 Prozent der Jobs abbauen können, sagte er vor Analysten.

Milliardengewinn bei Goldman Sachs

Stark liefen die Geschäfte auch bei der Investmentbank Goldman Sachs. Ein boomender Handel mit Aktien und Anleihen bescherte der Bank im zweiten Quartal einen Gewinn von 6,6 Milliarden Dollar und damit 78 Prozent mehr.

Dabei gab es Zuwächse auf breiter Front: Die gesamten Erträge der Bank stiegen um 39 Prozent auf 20,3 Milliarden Dollar. Im Aktienhandel sprangen sie um mehr als 70 Prozent in die Höhe, im Handel mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen betrug der Anstieg knapp ein Drittel. Die Gebühreneinnahmen aus der Beratung bei Börsengängen und anderen Kapitalmassnahmen wuchsen um mehr als die Hälfte, und der Zinsüberschuss legte um gut ein Viertel zu.

Citigroup legt nach Sparkurs zu

Auch Citigroup legte deutlich stärker zu als von Experten gedacht. Bankchefin Jane Fraser hatte der Bank einen harten Sparkurs verordnet, nun ging es deutlich aufwärts. So steigerte die Bank ihrer Erträge um 14 Prozent auf 24,8 Milliarden Dollar. Allein der Aktienhandel brachte rund 45 Prozent mehr Einnahmen als ein Jahr zuvor. Weil die Kosten der Bank nur um 5 Prozent wuchsen und auch faule Kredite weniger teuer zu Buche schlugen, sprang der Überschuss ebenfalls um 45 Prozent auf 5,8 Milliarden Dollar in die Höhe.

Ähnlich sah es bei Bank of America aus. Die Erträge legten um rund 15 Prozent auf 31,6 Milliarden Dollar zu. Im Aktienhandel wuchsen sie sogar um 70 Prozent. Die Bank legte weniger Geld für drohende Kreditausfälle zurück, und der Überschuss wuchs in der Folge um rund ein Viertel auf 9,1 Milliarden Dollar.

Auch die Grossbank Wells Fargo profitierte von ihrem Investmentbanking. Mit einem Gewinn von 6,4 Milliarden Dollar im zweiten Quartal verdiente sie rund 17 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Erträge wuchsen um neun Prozent auf 22,6 Milliarden Dollar. "Wir profitieren eindeutig von der breit angelegten wirtschaftlichen Stärke in den USA", sagte Bankchef Charlie Scharf.

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