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Kartoffeln wird bei Feldversuch Gen gegen Fäulekrankheit eingesetzt
Ein eingesetztes Gen soll Kartoffeln resistenter gegen Kraut- und Knollenfäule machen. Nun werden die gentechnisch veränderten Kartoffeln versuchsweise freigesetzt. Die Schweizer Allianz Gentechfrei (SAG) ist damit nicht einverstanden.
Rund tausend Schweizer Landwirtschaftsbetriebe hätten den Kartoffelanbau in den letzten zehn Jahren aufgegeben, schrieb das Kompetenzzentrum des Bundes für landwirtschaftliche Forschung Agroscope am Dienstag.
Häufiger auftretende Krankheiten und Schädlingsbefall, Einschränkungen beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und extreme Wetterbedingungen führten zu Ertragsverlusten und erschwerten den erfolgreichen Kartoffelanbau.
Den auf dem geschützten Gelände in Reckenholz ZH freigesetzten Kartoffeln wird ein Cisgen eingeführt, das einer Wildkartoffel entnommen wurde. Dieses soll wirksam gegen die "weltweit bedeutendste Kartoffelkrankheit", die Kraut- und Knollenfäule, sein, so Agroscope.
Das Resistenzgen ermögliche eine natürliche Abwehr gegen den Pilz der Kraut- und Knollenfäule. Der Feldversuch schaffe die Grundlage, um weiter an krankheitsresistenteren Kartoffelsorten zu forschen, die toleranter gegen Trockenheit und Hitze seien.
Der Versuch werde von Frühjahr 2026 bis Herbst 2030 durchgeführt, teilte das Bundesamt für Umwelt (Bafu) mit, und solle Aufschluss darüber geben, wie sich die Kartoffeln auf dem Feld verhielten. Während des Freisetzungsversuchs müsse Agroscope sicherstellen, dass sich das gentechnisch veränderte Material nicht ausserhalb des Geländes verbreitet.
Für den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen zu Forschungszwecken gibt es in der Schweiz eine Bewilligungspflicht. In der landwirtschaftlichen Produktion sind gentechnisch veränderte Pflanzen nicht zugelassen - hier herrscht ein Moratorium, das noch bis Ende 2030 andauert.
Versuch mit Pommes-Kartoffel "nicht nachhaltig"
Die Schweizer Allianz Gentechfrei (SAG) schrieb am Dienstag in einer Mitteilung, dem Versuch fehle es an wissenschaftlichen Grundlagen und Interessenkonflikte würden im Gesuch nicht offengelegt. Das verwendete Gen sei ausserdem bereits patentiert, was den freien Zugang erschweren könnte.
Die Kartoffelsorte "Innovator", die für den Versuch beantragt worden ist und "von sich aus nur eine geringe bis mittlere Anfälligkeit gegenüber Kraut- und Knollenfäule aufweise", diene der Pommes-frites-Herstellung. Sie sei auf eine industrielle Landwirtschaft ausgerichtet, die weder nachhaltig noch ressourceneffizient sei.

















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