Die digitale Ausgabe des Sarganserländers.
KI-Bewertungen sollen Leid von Labortieren einschätzen
Ob Labortiere leiden wird bisher von Menschen eingeschätzt. Die Methode gilt allerdings als überholt. Neu sollen die Bewertungen von einem Computersystem übernommen werden.
Ein an der ETH Zürich entwickeltes System mit dem Namen "Grimace" zur Überwachung von Labortieren soll deren Wohlergehen verbessern. In einer Studie testeten ETH-Forschende "Grimace" bei Labormäusen. Die Ergebnisse erschienen jüngst im Magazin "Lab Animal".
Dabei wurden tausende Bilder von Mäusen vor und nach einer Operation sowohl von einer Expertin als auch vom "Grimace"-System interpretiert. Das Fazit: Die Computer-Bewertungen stimmten sehr gut mit der Einschätzung der Expertin überein.
Das Gegenteil war der Fall, als Forschende die Bewertungen von drei verschiedenen Personen miteinander verglichen. Laut Oliver Sturman von der ETH Zürich liegt hier auch die Stärke des Computers: er liefert standardisierte Ergebnisse.
Für das Tierwohl sei eine konstante Bewertung wichtig, betonte er. "Wenn jemand immer so bewertet, dass keine Schmerzen vorliegen, leiden die Tiere unnötig. Und wenn jemand zu hohe Werte vergibt, besteht die Gefahr, dass Versuche unnötig abgebrochen werden."
Stress-Skala von 0-2
Eine Kamera von oben und eine von unten erfassen die Tiere, die sich in der Beobachtungsbox befinden. In Echtzeit wertet ein Algorithmus die Mimik der Mäuse aus. Schon subtile Zeichen von Schmerz und Unwohlsein erkennt Struman zufolge "Grimace" im Gesicht der Tiere.
Bisher beobachteten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Tiere vom Käfigrand aus und verglichen in einem zeitaufwändigen, subjektiven Verfahren die Mimik mit Fotos. Um mögliches Leid bewerten zu können, wurde die "Mouse-Grimace-Scale" entwickelt. Mit der wird bewertet, wie stark ausgeprägt die Stressmerkmale der Mäuse auf einer Skala von null bis zwei sind.

















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