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Wechsel zur GLP
Ruedi Gubser | Freitag, 13. März 2026

Knall bei der SP: Kantonsrat Bernhard Hauser wechselt per sofort Partei

Spannungen im Vorstand und ein verlorener Rückhalt in der Regionalpartei haben Bernhard Hauser, Kantonsrat und Schulratspräsident in Sargans, zu einem Parteiwechsel bewogen. Aus dem SP-ler wird nun ein GLP-ler.

Es tönt wie ein verfrühter 1.-April-Scherz, ist auch kaum zu glauben – aber es ist wahr. Bernhard Hauser aus Sargans, der seit 2019 dem Kantonsrat angehört, hat seinen sofortigen Rücktritt aus der Sozialdemokratischen Partei (SP) bekanntgegeben. Als Grund nennt er die zunehmende Intoleranz in der SP gegenüber sozialliberalen Positionen und vor allem den im Verlauf des Jahres 2025 verlorene Rückhalt in der Regionalpartei, dessen Präsident er notabene ist.

«Die schon seit mehr als einem Jahr bestehenden Spannungen zwischen mir und den weiteren Vorstandsmitgliedern der Regionalpartei haben sich zu einem nicht mehr überbrückbaren Graben entwickelt», äussert sich Hauser. Auslöser dieser Spannungen sei eine Tribüne im «Sarganserländer» mit dem Titel «Keine Öko-DDR in der Schweiz» vor einem Jahr gewesen. Darin kritisierte er die SP Schweiz, die der Meinung der Jungsozialisten kritiklos folgte und die Umweltverantwortungsinitiative unterstützte. Seine Meinungsäusserung zu diesem Thema wurde von seinen Vorstandskolleginnen und -kollegen und auch Teilen der regionalen SP heftig kritisiert.

Juso forderte Hausers Rücktritt

In die Kritik geraten war Hauser auch bei der Kantonalpartei. Gerügt wurde er für seine Äusserungen im August, wonach ein religiöses Kopftuch für Lehrerinnen nicht erlaubt sein soll sowie für seine Beteiligung an der dazu laufenden und von zahlreichen Kantonsräten mitunterzeichneten Motion. Sein Vorgehen und seine Haltung seien nicht parteikonform, wurde Hauser kritisiert. Die St. Galler Jungsozialisten forderten sogar Hausers Rücktritt von all seinen SP-Mandaten.

«Diese Rücktrittsforderung nehme ich nicht ernst. Dafür ist dieser Parteiflügel viel zu realitätsfern unterwegs. Aber weil sie jung sind, dürfen sie das auch ein bisschen», sagte Hauser im vergangenen August. Es sei das Recht von Jungparteien, zu provozieren. «Aber es ist auch die Pflicht der Verantwortlichen in den Parteispitzen, dieser übermütigen Jugend zuweilen ein Nein entgegenzuhalten», so Hauser weiter, der früher selbst Mitglied der Juso war. Aus diesem bisschen ist ein volles Fass geworden, das nun übergelaufen ist.

«Meine Position gilt bei der SP als rassistisch»

Und seit die SP Schweiz an ihrem Parteitag vom 28. Februar der Resolution zugestimmt hat, dass Kopftuchverbote für Lehrpersonen unverhältnismässig und verfassungswidrig seien und die Grundrechte auf Religionsfreiheit und Gleichbehandlung verletzten, «gilt meine Position gemäss nationaler Parteiräson als rassistisch», so Hauser. «Diese Intoleranz gegenüber einer strikten Trennung von Staat und Religionsgemeinschaften halte ich für total verfehlt und ist auch nicht im Sinne vieler SP-Wählerinnen und -Wähler.» Dieser Beschluss am Parteitag habe ihm den Entscheid zum Parteiaustritt zusätzlich erleichtert, so Hauser.

Als Kantonsrat weitermachen, als Schulpräsident aufhören

Ein Tropfen zuviel war für Hauser dann die Ankündigung der übrigen Mitglieder der Parteileitung der regionalen SP, ihn bei den nächsten Kantonsratswahlen nicht mehr zu nominieren. Im Laufe der letzten Monate zeigte sich auch, dass die Mehrheit der politisch Aktiven in der Partei diese Meinung teilt. Hauser selbst möchte im Kantonsrat aber noch weiterwirken.

«Ich fühle mich fit genug und in der Lage, mich auch in der nächsten Legislatur mit meiner Erfahrung positiv einbringen zu können.»

Bernhard Hauser

Die Altersfrage stellt sich dabei für den 67-Jährigen nicht. «Ich fühle mich fit genug und in der Lage, mich auch in der nächsten Legislatur mit meiner Erfahrung positiv einbringen zu können. Und ein Sesselkleber bin ich mit meinen sieben Jahren im Kantonsrat auch nicht.» Aufhören wird Hauser Ende 2028 aber als Schulratspräsident. «Ich mache das zwar immer noch sehr gerne. Aber nach 20-jähriger Tätigkeit ist nach dieser Legislatur Schluss im Schul- und Gemeinderat.»

«Mein Profil passt zur GLP»

Mit Bernhard Hauser verliert die regionale SP ihr Aushängeschild – und die Grünliberalen erhalten ein politisches Schwergewicht. In den Gesprächen haben Hauser und die GLP-Leitung rasch gemerkt, dass in sehr vielen politischen Inhalten eine starke Übereinstimmung herrscht. «Mein sozialliberales Profil passt gut in die GLP, insbesondere in die GLP Sarganserland», betont Hauser. Mit dem Parteiwechsel Hausers erreicht die GLP im Kantonsrat Fraktionsstärke. An der aktuellen Kantonsratsfraktionszusammensetzung SP-Grüne-GLP dürfte sich deswegen nichts ändern. «Diese Zusammensetzung hat sich bewährt, und gibt den drei Parteien mehr Gewicht», so Hauser. Mit einem Mitglied weniger kommt die SP im Kantonsrat noch auf 17 Sitze, die GLP gewinnt einen Sitz dazu hat neu sieben Sitze. Die Grünen steuern zu dieser Fraktion sechs Sitze bei.

Trotz der Erleichterung, sich wieder vermehrt der Sachpolitik widmen zu können und nicht ständig in aufreibende Nebenkämpfe involviert zu sein, «die zu viel Energie für Wichtigeres abziehen», bedauert Hauser die Entwicklung seit einem Jahr sehr, «weil ich gerne für die SP Politik gemacht habe, und auch immer der Meinung war, dass diese Partei eine grosse Vielfalt aushält.» Dem sei leider nicht mehr so. Ebenfalls bedauert er, dass er die SP-Subfraktion des Kantonsrats verlassen wird. Bei dieser gibt es auch Bedauern über Hausers Parteiwechsel. Es sei schade, das werde der Partei schaden, bekam er etwa zu hören.

Interessante Ausgangslage für Kantonsratswahlen 2028

Den Vorwurf, mit dem Parteiwechsel würde er seine Wähler verraten, kann Hauser teilweise verstehen. «Wer mich als SP-Mitglied und nicht als Person gewählt, kann das als Verrat ansehen, wer mich als Person gewählt hat, eher nicht. Denn ich wurde als der Politiker gewählt, der ich bin. Bei mir wusste man stets, was meine Positionen sind. Daran wird sich auch zukünftig nichts ändern.»

Interessant dürften die nächsten Kantonsratswahlen im Februar 2028 werden – nicht nur für Bernhard Hauser. Bei den letzten Wahlen 2024 gingen die Grünen und die GLP eine Listenverbindung ein mit dem Resultat, dass der ehemalige Sarganser Gemeindepräsident und GLP-ler Jörg Tanner zwar rund 600 Stimmen mehr machte als die Grüne Anita Wyss aus Wangs, der Sitz aber an die Frauenliste ging, weil diese mehr Stimmen holte als die Männerliste.

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