Die digitale Ausgabe des Sarganserländers.
Kriminalität in Graubünden hat 2025 zugenommen
Die Zahl der Straftaten im Kanton Graubünden hat 2025 zugenommen. Laut der polizeilichen Kriminalstatistik wurden insgesamt 13'235 Delikte erfasst. Besonders angestiegen sind Gewaltdelikte, Drogendelikte und die digitale Kriminalität. Die Polizei zählte mehr als doppelt so viele Vergewaltigungen.
Die Gesamtzahl der Straftaten sei von 12'599 im Vorjahr auf 13'235 gestiegen, teilte die Kantonspolizei Graubünden am Montag mit. Der grösste Teil davon fiel mit 10'508 Fällen unter das Strafgesetzbuch (StGB), was einem Plus von vier Prozent entspricht.
Dabei dominierten vor allem die Vermögensstraftaten (65,1 Prozent), gefolgt von Delikten gegen die Freiheit (20,1 Prozent) und gegen Leib und Leben (4,9 Prozent).
Mehr als doppelt so viele Vergewaltigungen
Die Polizei registrierte im vergangenen Jahr eine versuchte, jedoch nicht vollendete Tötung. Insgesamt nahmen die schweren Gewaltstraftaten von 39 im Vorjahr auf 57 Fälle zu. Darunter 40 schwere Körperverletzungen und 16 Vergewaltigungen. Die Vergewaltigungen haben sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt - 2024 zählte die Polizei noch sechs Fälle.
14 Vergewaltigungen ereigneten sich gemäss der Polizei im Bereich von häuslicher Gewalt. Diesem Thema messen die Behörden mit der Revision des Polizeigesetzes jetzt generell eine höhere Priorität zu - 260 Fällen gingen sie 2025 nach. Bei den Delikten gegen die sexuelle Integrität wurden insgesamt 161 Straftaten verzeichnet, 21 Prozent mehr als im Vorjahr.
Bessere Aufklärung
Die Gesamtaufklärungsquote betrug 44 Prozent (Vorjahr 42.5 Prozent). Besonders hoch ist die Aufklärung bei Delikten gegen Leib und Leben (92,3 Prozent) sowie bei Sexualdelikten (93,2 Prozent).
Den grössten Anteil der Straftaten machen die Vermögensdelikte aus. Ihre Zahl erhöhte sich leicht um zwei Prozent. Die Aufklärungsquote in diesem Bereich lag bei 30,6 Prozent. Am häufigsten waren Diebstähle ohne Fahrzeuge (2695 Fälle), Betrug (628 Fälle) und Sachbeschädigungen (522 Fälle). Die Zahl der Einbruchdiebstähle nahm um 19 Prozent auf 593 Fälle zu. Zudem wurden 1129 Fahrzeuge gestohlen, wobei es sich mehrheitlich um Fahrräder und E-Bikes handelte.
Auch im digitalen Bereich stieg die Kriminalität an. 1237 Straftaten zählte die Polizei 2025, was einem Anstieg von 14 Prozent entspricht. Der grösste Teil davon (93 Prozent) entfiel auf die Cyber-Wirtschaftskriminalität. Die häufigste Straftat war Betrug mit 536 Fällen, gefolgt von betrügerischem Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage mit 284 Fällen.
In Chur ist es am gefährlichsten
Innerhalb des Kantons gab es 2025 grosse Unterschiede bei der Kriminalitätsbelastung. Die Region Chur wies mit 105,6 Straftaten pro 1000 Einwohner die höchste Häufigkeitszahl auf. Die geringste Belastung verzeichnete die Region Surselva mit 24,1 Fällen.
In Chur ereignen sich gemäss der Statistik denn auch die meisten Delikte gegen das Betäubungsmittelgesetz. Seit Jahren versuchen die Behörden der offenen Drogenszene Einhalt zu gebieten. Erst kürzlich wurde nach langjährigem Streit ein Konsumraum eröffnet. Rund 38 Prozent der insgesamt 894 Widerhandlungen im Bereich Drogen fanden in der Bündner Hauptstadt statt.
Insgesamt stiegen die Fälle in diesem Bereich um 24 Prozent an. Dies sei insbesondere auf die gezielt verstärkte Bekämpfung des Drogenhandels zurückzuführen, schrieb die Polizei dazu. 709 Fälle betrafen den Konsum und 181 den Handel mit Drogen. Gehandelt wurde hauptsächlich mit Kokain - in 96 Fällen fanden die Beamten die Substanz. Im Zusammenhang mit dem Konsum wurden drei Todesfälle registriert, einer mehr als im Vorjahr.
Rückgang bei Verstössen gegen Ausländergesetz
Einen Rückgang um 18 Prozent gab es bei den Verstössen gegen das Ausländer- und Integrationsgesetz auf 238 Fälle. Die häufigsten Tatbestände waren die illegale Erwerbstätigkeit (45 Prozent) sowie die rechtswidrige Ein- und Ausreise oder der rechtswidrige Aufenthalt (41,2 Prozent).
Doch auch diese Zahl verharrt auf hohem Niveau. 2019 waren es noch 116 Verstösse, mit Ausnahme von 2020 (98 Verstösse) stieg die Zahl seit da kontinuierlich an. 2024 massen die Behörden mit 292 Fällen die Höchstmarke.

















Kommentare (0)
Schreibe einen Kommentar