Die digitale Ausgabe des Sarganserländers.
Kugelregen für Odermatt und ein guter Tag für Österreich
Marco Odermatt gewinnt in Courchevel vorzeitig und zum wiederholten Mal den Gesamtweltcup und die Abfahrtswertung. Vincent Kriechmayr erlöst mit seinem Sieg eine ganze Skination.
Vor drei Jahren gewann Odermatt in Courchevel seine erste Abfahrt auf höchster Stufe - es war jene an den Weltmeisterschaften. Ein Jahr zuvor stand er bei der Abfahrtspremiere in den französischen Savoyen als Zweiter hinter Vincent Kriechmayr auf dem Podest. Dass ihm die Piste Eclipse liegt, war also schon vor dem Start zur vorletzten Abfahrt des Winters am Freitag klar. Und einmal mehr brachte ihm der WM-Ort von 2023 Glück.
Konstanz über Jahre
Odermatt stieg hinter Kriechmayr und dem Italiener Giovanni Franzoni als Dritter auf das Podest und sicherte sich dadurch gleich zwei Kristallkugeln: die kleine für die Abfahrtswertung und die grosse für den Gesamtweltcup. Beides war nur noch Formsache angesichts von 175 Punkten Vorsprung auf Franjo von Allmen im Abfahrtsweltcup und einer Reserve von 572 Punkten im Gesamtweltcup auf Lucas Pinheiro Braathen.
Zum dritten Mal in Folge ist Odermatt der beste Abfahrer der Saison. Die grosse Kristallkugel sicherte sich der Nidwaldner bereits zum fünften Mal in Folge. Nur Marcel Hirscher hat mit acht Gesamtweltcupsiegen mehr.
"Es ist unglaublich. So etwas ist weder planbar noch kann man sich dies erträumen", sagte Odermatt nach dem Rennen im SRF-Interview. Um eine solche Konstanz an den Tag legen zu können, müsse so viel zusammenpassen über all die Jahre. Der 28-Jährige hob den guten Saisonstart hervor, infolgedessen er in einen Flow gekommen sei und der ihm viel Vertrauen für die Heimrennen gegeben habe. "Rekordsieger zu sein in Adelboden und Wengen ist schon sehr schön", strich er seine Höhepunkte der Saison heraus.
Ein Sieg nach Jahren
Einen Rekord der anderen Sorte stellten die Österreicher vor zwei Wochen in Garmisch auf. In der 23. Abfahrt in Folge blieb die stolze Skination ohne Sieg. Nun beendete Vincent Kriechmayr die lange Durststrecke mit seinem 20. Weltcupsieg. Der bis dato letzte Triumph des ÖSV in der Königsdisziplin geht ebenfalls auf Kriechmayrs Konto. Vor drei Jahren siegte der Oberösterreicher beim Saisonfinale in Soldeu.
"Eine lange Zeit" sei dies gewesen, sagte der 34-Jährige nach seinem Triumph und fügte in seiner ganz eigenen, lockeren Art hinzu: "Mir geht es gut - aber mir ist es auch vorher schon gut gegangen." Er habe sich in den letzten drei Jahren weniger Gedanken gemacht als die Medien in Österreich. Natürlich habe er sich während dieser Zeit mehr vorgenommen. "Ich habe es immer versucht, es waren aber oft viele gute Schweizer vor mir. So ist der Sport. Wenn andere besser sind, gilt es, dies neidlos anzuerkennen."
Hintermann macht Schluss
Während in den österreichischen Medien schon länger über einen möglichen Rücktritt Kriechmayrs spekuliert wird, machten am Freitag Adrien Théaux und völlig überraschend auch Niels Hintermann Nägel mit Köpfen. Während der 41-jährige Franzose sein Karriereende bereits vorgängig angekündigt hatte und seine Abschiedsfahrt als Letzter geniessen konnte, verzichtete der 30-jährige Zürcher auf einen Start. "Es hat einen einfachen Grund", sagte Hintermann nach dem Rennen gegenüber SRF: "Ich bin fertig mit Skifahren." Er sei nicht mehr bereit, sein Leben so zu riskieren, wie es nötig wäre. Nach 106 Weltcuprennen, sieben Podestplätzen und drei Siegen zog er einen Schlussstrich unter seine Karriere. Es war das letzte Kapitel eines Rennens, das viele Geschichten schrieb.


















Kommentare (0)
Schreibe einen Kommentar