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Keystone-SDA | Mittwoch, 15. April 2026

Lian Bichsel kann "nicht nachvollziehen, so etwas zu fälschen"

Patrick Fischer verliert wegen seines gefälschten Covid-Zertifikats den Job als Nationaltrainer. Der von ihm hart bestrafte Lian Bichsel äusserte sich - vor der Freistellung - zu Fischers Vergehen.

In den Kommentaren zum Fauxpas von Patrick Fischer, vor den Olympischen Winterspielen 2022 ein Covid-Zertifikat gefälscht zu haben, fällt auch immer wieder der Name von Lian Bichsel. Kritiker werfen dem Nationaltrainer Scheinheiligkeit vor, weil er den 21-jährigen Verteidiger der Dallas Stars mit der Begründung "Team über alles" für insgesamt drei Weltmeisterschaften und die Olympischen Winterspiele in diesem Februar gesperrt hat, nachdem dieser zweimal einem Aufgebot für die U20-Nationalmannschaft nicht Folge geleistet hatte.

Zwei verschiedene Themen für Bichsel

Von der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Dienstag in einem Zoom-Call mit Medienvertretern darauf angesprochen, sagte Bichsel: "Die Covid-Zeit war für alle schwierig, Entscheide wurden vielleicht nicht immer richtig getroffen. Ich kann nicht nachvollziehen, so etwas zu fälschen. Es mussten alle da durch. Aber das war sein Entscheid, ob das gut war oder nicht, ist ihm oder auch dem Verband überlassen. Es gibt keinen Zusammenhang zu meinem Thema, ich glaube das sind zwei verschiedene Dinge."

Auf die Kritiker angesprochen, die einen Zusammenhang sehen, sagt Bichsel: "Was (mit mir) passiert ist, ist nicht nur in der Schweiz sehr gross, auch in der NHL gab es viele Gespräche darüber - auch mit meinen Teamkollegen. Die Leute fragten mich, was eigentlich genau los sei. Es ist auch für mich persönlich eine sehr grosse Sache und immer noch sehr schmerzhaft, im eigenen Land das Schweizer Dress nicht tragen zu können. Wegen dem finde ich immer noch, dass es nicht fair ist, diese Dinge zu verbinden. Aber ja, natürlich ist es eine sehr erschreckende Nachricht."

Eine Achterbahn-Saison

Bichsel freut sich darauf, ab der nächsten Saison wieder für die Schweiz auflaufen zu dürfen. Gespräche mit Fischers Nachfolger Jan Cadieux, der nun per sofort und nicht erst ab Sommer als Nationaltrainer übernimmt, hat er bislang nicht geführt. Sein Fokus liegt bei den Dallas Stars, die in der Qualifikation überzeugten, nachdem sie in den vorangegangenen drei Jahren jeweils im Final der Western Conference gescheitert waren.

Von Druck will Bichsel nichts wissen. Mit ihren Stärken habe das Team gute Chancen auf den Titel, die Liga sei aber extrem eng. Auch andere Teams könnten das sagen, so Bichsel. In den Achtelfinals treffen die Stars auf die Minnesota Wild. In den vier Saisonduellen gab es je zwei Heimsiege, Dallas startet als Zweiter der Central Division mit Heimvorteil.

Bichsel beschreibt seine Saison als Achterbahn. Von Ende November bis nach der Olympia-Pause fiel er wegen einer Fraktur im Fuss aus und trug vier Wochen einen Stützstiefel. Der zwei Meter grosse Verteidiger, den die Stars 2022 an 18. Stelle gedraftet hatten, absolvierte 49 von 82 Qualifikationsspielen und kam im Schnitt auf 15:33 Minuten Eiszeit. Am 2. März gelang ihm in Vancouver ein Doppelpack, insgesamt erzielte er je vier Tore und Assists.

"Es war nicht einfach, während der Saison zurückzukommen, umso mehr als ich immer noch ein junger Spieler bin und noch nicht so viel Erfahrung habe", sagt Bichsel. "Aber im Grossen und Ganzen ist die Saison bis jetzt sehr positiv verlaufen."

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