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Keystone-SDA | Mittwoch, 24. Juni 2026

Lobeshymnen für den 40-Jährigen nach Länderspieljubiläum

Luka Modric absolviert für Kroatien sein 200. Länderspiel. Nach dem knappen Sieg gegen Panama wird es emotional.

Luka Modric zeigte mit einem verlegenen Lächeln ein extra angefertigtes Kroatien-Trikot mit der magischen Zahl 200. Dann wurde der 40 Jahre alte Routinier von seinen Teamkollegen geschnappt und ausgelassen in die Luft geworfen. Dazu brüllten tausende kroatische Fans im Stadion in Toronto immer wieder den Vornamen ihres Helden: "Luka, Luka."

Die Feierlichkeiten nach seinem aussergewöhnlichen Jubiläum beim mühevollen 1:0 gegen den Underdog Panama waren Kroatiens Fussball-Legende fast schon ein wenig unangenehm. Modric meidet lieber das Rampenlicht, in dem er aufgrund seiner erfolgreichen Karriere seit Jahren steht.

"Die Party war gut. Es war schön, sie haben sich ein bisschen ausgetobt", sagte Modric in Richtung seiner Mitspieler. Die hatten sich nach dem Abpfiff alle ein schwarzes Trikot mit einem Bild von Modric in Aktion und der Aufschrift "Infinite Legacy" (Unendliches Vermächtnis) übergestreift.

Trainer huldigt dem Jubilar

"Es kann gut sein, dass Luka diese ganzen Feierlichkeiten nicht wollte. Er ist ein ganz normaler Mensch, der vor allem ein guter Mensch sein möchte. Er ist kein Typ für diese Art von Ehrungen", sagte Kroatiens Nationaltrainer Zlatko Dalic. "Aber ich bin dennoch froh, dass wir ihn heute feiern und ihm einen Sieg schenken konnten."

Modric, der seine fünfte WM erlebt, gehört nun wie Cristiano Ronaldo und Lionel Messi zu einem exklusiven Zirkel von nur fünf Spielern mit 200 Länderspielen. "Wir müssen sehr froh sein, dass wir ihn in unserer Mannschaft haben. Er wird als bester Spieler Kroatiens in die Geschichte eingehen", sagte Dalic über den Jubilar, der im September 41 wird.

Budimir erlöst den Favoriten

Modric selbst war "glücklich und stolz auf diese grossartige Zahl. Aber ich bin noch glücklicher über unseren Sieg, der zwar hart erkämpft, aber letztlich verdient war." Dass die Kroaten (3 Punkte) im letzten Gruppenspiel gegen Ghana (4) das Weiterkommen aus eigener Kraft perfekt machen können, verdanken sie aber einem anderen.

Der zu Beginn der zweiten Halbzeit eingewechselte Ante Budimir erzielte in der 54. Minute das goldene Tor. Doch auch er rückte anschliessend Modric in den Mittelpunkt. "Wir sind überglücklich, dass Luka diesen grossartigen Tag am Ende mit einem grossartigen Sieg krönen konnte."

Modric hatte gegen Panama zwar keinen glanzvollen Auftritt. Aber das spielte nach der Partie keine Rolle. Wichtig waren nur die drei Punkte, die dem WM-Zweiten von 2018 und WM-Dritten von 2022 weiter alle Chancen auf den Einzug in die Sechzehntelfinals lassen.

Modric noch nicht in Topform

"Man sieht, dass wir etwas verkrampft sind. Wir brauchten diesen Sieg unbedingt", befand Modric und verkündete: "Ich bin fest davon überzeugt, dass uns dieser Sieg helfen wird, an Selbstvertrauen zu gewinnen und im Laufe des Turniers besser zu werden."

Der Mittelfeldstratege selbst muss auch zulegen, denn von seinem einstigen Glanz ist bei dieser WM bisher noch wenig zu sehen. Doch egal. Der Regisseur, der am 1. März 2006 gegen Argentinien sein Länderspieldebüt gefeiert hatte, war trotz seiner 1,72 Meter an diesem Abend der Grösste. "Jeder weiss, was er uns bedeutet. Er ist unser Captain, unser Anführer und die grösste Legende des kroatischen Fussballs", sagte Marin Pongracic.

Und dann rühmte der Verteidiger die Persönlichkeit des Captains: "Wir erleben ihn als Mensch - wie bescheiden er ist, welche Einstellung und welche Mentalität er hat. Er ist ein Vorbild für uns alle." Ein schöneres Kompliment hätte es für Modric zum Jubiläum kaum geben können.

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