/fileadmin/images/sarganserlaenderlogo.png
Alle Neuigkeiten auf einen Blick.
E-Paper

E-Paper

Die digitale Ausgabe des Sarganserländers.

Zeitungsarchiv

Zeitungsarchiv

Alle Ausgaben seit dem Jahr 2003.

Abo

Abo

Sarganserländer von Montag bis Freitag online oder in Print lesen.

Siga-Podcast

Siga-Podcast

Ä Ohr voll Heimat – der Siga-Podcast vom «Sarganserländer»

Grossauflage

Grossauflage

Lesen Sie hier die aktuelle Grossauflage kostenlos

Inserieren

Inserieren

Ihre Werbung am richtigen Ort.

Buchshop

Buchshop

Hier finden Sie die von der SL Druck + Media AG herausgegebenen Bücher.

Immobilien

Immobilien

Die Immobilienbörse der Region

Unternehmen

Unternehmen

Die SL Druck + Medien AG

Traueranzeigen

Traueranzeigen

Todesanzeigen / Danksagungen aufgeben

Eventbus

Eventbus

Mit Brunner Ferienreisen AG und Sarganserländer ans Konzert

Rubriken

Sport
Keystone-SDA | Mittwoch, 02. September 2026

Marinko Jurendic drückt zum Start den Finger in die Wunde

In den letzten Jahren hat Marinko Jurendic den Schweizer Fussball aus dem Ausland beobachtet. Was ihm dabei aufgefallen ist, bringt er nun als neuer "Chief Sports Officer" beim Verband ein.

Jurendic wurde in der Schweiz vor allem als Sportchef bekannt, unter dem der FC Zürich 2022 überraschend Meister wurde. Sein bewegter Werdegang erklärt auch seine Motivation für die neue Aufgabe.

Als achteinhalbjähriger Junge kam er aus dem damaligen Jugoslawien in die Schweiz. Damals, als er das, was er in der Schule verstand, zunächst in kyrillischer Schrift niederschrieb und zur "Begrüssung" von einem älteren Schüler vermöbelt wurde, fand er durch den Sport seinen Platz. Auf dem Pausenplatz spielte er mit seinen Mitschülern - oft mit Tennisbällen - Fussball, und Freundschaften entstanden.

Fussballerisch war er gut, aber nicht gut genug, um langfristig im Profitum Fuss zu fassen. So arbeitete er als Lehrer, studierte ohne Abschluss Jus und BWL und war für den Luzerner FDP-Politiker Otto Ineichen tätig. Im Fussball stieg er als Trainer von Kriens über Aarau zur U21 des FC Zürich auf, bei dem er später Sportchef wurde. Nach dem Meistertitel wechselte er zum FC Augsburg, wo er von 2023 bis zu seiner Freistellung 2025 tätig war.

Rückkehr zum SFV

Nun ist der 48-jährige Jurendic zurück beim Schweizerischen Fussballverband, wo er früher bereits in kleinerem Pensum in der Nachwuchs- und Talententwicklung tätig war. Dieses Mal als der Mann, bei dem im sportlichen Bereich alle Fäden zusammenlaufen. Eine neu geschaffene Stelle.

Was sie konkret beinhaltet, ist aufgrund der Breite schwierig fassbar. Wenn Verbandspräsident Peter Knäbel von einer "dynamischen, innovativen und effizienten" Sportorganisation spricht, die "mutige Visionen für die nächsten Generationen" entwickeln solle, klingt das so, als läse er aus einem Marketinghandbuch vor.

Jurendic selbst sagt, seine erste Priorität seit seinem Arbeitsbeginn vor zwei Wochen sei vor allem das Zuhören gewesen. Er wolle "verstehen, wo sich der Schweizer Fussball befindet". Gleichzeitig gelte es, Strukturen und Prozesse zu hinterfragen. Denn trotz der Erfolge der A-Nationalteams sei ihm aufgefallen, dass die Schweiz im UEFA-Koeffizienten immer weiter zurückgefallen sei. Konkreter wurde Jurendic vor allem bei drei Themen:

Die Talentförderung

Während seiner Zeit in Augsburg habe er die Aussenwahrnehmung des Schweizer Fussballs kennengelernt. "Man weiss, dass in der Schweiz grundsätzlich gut ausgebildet wird." Gleichzeitig seien aber wenige Schweizer Spieler auf der Scoutingliste gelandet. Entweder, weil sie bereits zu teuer oder noch nicht bereit für den Schritt in eine Topliga gewesen seien. Sein Fazit: "Den Feinschliff zum Topspieler müssen die Schweizer Spieler meist im Ausland holen."

Für Jurendic hängt diese Entwicklung damit zusammen, dass die Super-League-Klubs immer weniger auf den eigenen Nachwuchs und stattdessen vermehrt auf junge Spieler aus dem Ausland setzen. Im Gespräch mit den Klubs wolle er herausfinden, warum dies so sei und wie man dem entgegenwirken könne. Denn für Jurendic ist klar: "Wir brauchen viel mehr Vertrauen in die eigenen Jungen."

Ob dazu neue Regelungen nötig seien, wollte Jurendic zu diesem Zeitpunkt noch nicht erläutern. Wichtig sei, dass der Verband, die Liga und die Klubs im Bereich der Nachwuchsförderung auf einer Linie seien. Dazu gelte es auch, die aktuellen Förderungskonzepte des Verbands zu prüfen und möglicherweise zu überarbeiten.

Die Nachfolge von Pierluigi Tami

Mit der anstehenden Pensionierung von Pierluigi Tami ist der Posten des Direktors der Nationalteams neu zu besetzen. Jurendic stellte jedoch klar, dass er dabei nichts überstürzen wolle und liess durchblicken, dass es den Posten in dieser Form vielleicht nicht mehr geben wird. "Diese Möglichkeit wollen wir uns aktuell offenhalten", erklärte der CSO auf Nachfrage.

Bevor eine neue Person eingestellt werde, müssten zunächst die Strukturen geklärt werden. "Wir müssen genau anschauen, wer welche Zuständigkeiten hat und wo wir die Hebel ansetzen wollen." Dazu wolle er im Herbst neben Gesprächen mit Tami auch die Nationalteams begleiten.

Die Doppelbürger-Thematik

Ein stets präsentes Thema rund um das Schweizer Nationalteam sind die Talente mit mehreren Pässen. Obwohl sie im Nachwuchs für die Schweiz spielten, entschieden sich zuletzt Spieler wie Leon Avdullahu oder Albian Hajdari für ein anderes Nationalteam. Aktuell werden auch Winsley Boteli und Alessandro Romano von mehreren Verbänden umworben.

Man müsse den jungen Spielerinnen und Spielern frühzeitig aufzeigen, was die Schweizer Nationalteams ihnen bieten, sagte Jurendic. Gleichzeitig dürfe man die verschiedenen Einflüsse auf die Talente nicht unterschätzen. "Das Umfeld des Talents ändert sich mit jeder Entwicklungsstufe. Mit 17 oder 18 kommen ganz andere Dynamiken rein, internationale Strömungen, Beraterwechsel. Das müssen wir im Blick haben und managen."

Am Ende gehe es darum, den Talenten das nötige Vertrauen zu schenken. "Wir müssen aufzeigen, dass das Land, in dem sie gross geworden und in die Schule gegangen sind, ein wichtiges Fundament ist. Das kann die Schweiz geben: Vertrauen und unsere Werte."

Das sind auch Jurendics eigene Erfahrungen: "Fussball war für mich die Brücke zur Integration. Und ich bin der Schweiz dankbar für alle Ausbildungen, die ich machen konnte." Nun wolle er etwas zurückgeben und "gemeinsam mit den Leuten hier den Schweizer Fussball der Zukunft gestalten".

Zurück

Kommentare (0)

    Schreibe einen Kommentar
    ×

    Name ist erforderlich!

    Geben Sie einen gültigen Namen ein

    Gültige E-Mail ist erforderlich!

    Gib eine gültige E-Mail Adresse ein

    Kommentar ist erforderlich!

    * Diese Felder sind erforderlich.