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Keystone-SDA | Samstag, 04. Juli 2026

Marokko wirft mit Standard-Variante Kanada aus dem Turnier

Marokko steht an der FIFA-WM in Nordamerika als erstes Team in den Viertelfinals. Die Marokkaner schlagen in Houston den Co-Organisator Kanada mit 2:0.

Die Kanadier gingen als erster Mitorganisator mit fliegenden Fahnen unter. Mexiko und die USA haben ihren Achtelfinal-Auftritt noch vor sich: Mexiko duelliert sich in der Nacht auf Montag mit England; die USA spielen 24 Stunden später gegen Belgien.

Kanada verlor in Houston nicht zwingend die Partie. Fast 70'000 Zuschauer sahen erneut ein Spiel, in dem Ballbesitz (55 Prozent für Marokko) keine Rolle spielte. Die Kanadier waren es, die gradliniger und gezielter angriffen. Die Kanadier schossen öfter aufs Tor und erspielten sich in den ersten elf Minuten während ihrer furiosen Startphase die ersten zwei grossen Torchancen.

Doppeltorschütze Ounahi

Und Marokko? Die Afrikaner verdienten sich im Prinzip kein Tor. Der Wert ihrer "erwarteten Tore" (expected goals) lag bis zur 81. Minute bei 0,09. Erst im Finish, als die Kanadier die Defensive öffnen mussten und sich Marokko immer mehr Kontermöglichkeiten boten, stieg der Wert noch auf 0,79 an.

Dennoch ging Marokko schon nach 50 Minuten in Führung. Eine einstudierte Freistoss-Variante von Achraf Hakimi auf Mittelfeldspieler Azzedine Ounahi führte zum 1:0. Der 24-Jährige erzielte sein erstes Länderspieltor seit fast einem Jahr. Im Finish stellte Ounahi mit seinem zweiten Treffer den Sieg sicher. Azzedine Ounahi erzielte erstmals seit fast zwei Jahren zwei Tore in einem Spiel. Und in der 98. Minute stellte Soufiane Rahimi mit seinem zweiten Goal im Turnier sogar noch auf 3:0.

Der kanadische Held

Am Afrika-Cup bestritt Doppeltorschütze Ounahi bloss drei der sieben marokkanischen Partien. Aber egal mit welchem Personal, erfolgreich treten sie auf, diese Marokkaner. Im Januar gewannen sie die Afrika-Meisterschaft. Vor vier Jahren in Katar standen sie als erstes afrikanisches Team überhaupt in den Halbfinals der WM. Um wieder so weit zu kommen, muss Marokko im Viertelfinal in Boston entweder Frankreich oder Paraguay eliminieren.

Gegen Kanada war ausgerechnet ein Kanadier Marokkos Held. Goalie Bono, bürgerlich Yassine Bounou, kam vor 35 Jahren in Montreal zur Welt. Er besitzt sowohl den kanadischen wie den marokkanischen Pass. Er entschied sich für Marokko. Bono war schon beim 4. WM-Rang von 2022 eine der ganz grossen Figuren im marokkanischen Team. Im aktuellen Turnier "hexte" Bono Marokko zum 1:1 gegen Brasilien, zum 1:0 über Schottland und im Sechzehntelfinal zum Penalty-Sieg über die Niederlande.

Telegramm:

Kanada - Marokko 0:3 (0:0)

Houston. - 68'777 Zuschauer. - SR Oliver (ENG). - Tore: 50. Ounahi (Hakimi) 0:1. 82. Ounahi (Díaz) 0:2. 98. Rahimi (Díaz) 0:3.

Kanada: Crépeau; Johnston, Bombito, De Fougerolles, Laryea (78. Shaffelburg); Buchanan (87. Nelson), Sigur (87. Osorio), Eustaquio, Ahmed (78. David); Jonathan David, Oluwaseyi (63. Larin).

Marokko: Bounou; Hakimi, Diop (87. Saadane), Halhal, Mazraoui; Bouaddi (63. Amrabat), El Aynaoui; Díaz, Ounahi (87. El Mourabet), El Khannouss (63. Talbi); Saibari (22. Rahimi).

Bemerkungen: Verwarnungen: 20. Halhal. 40. Hakimi. 40. Laryea. 43. David. 45. Ounahi. 45. El Khannouss. 49. De Fougerolles. 67. Larin.

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