Die digitale Ausgabe des Sarganserländers.
Messi, Kane, Haaland und Mbappé im Torrausch
Es ist die WM der Top-Stars. Die Besten der Besten liefern sich einen beispiellosen Kampf um den Goldenen Schuh. Weltmeister, Weltfussballer, Bundesliga-Torschützenkönig - alle sind dabei.
Sie liefern Drama, Spektakel und Treffer en masse. Oben in der Torschützenliste dieser Weltmeisterschaft steht das offensive Who is who des internationalen Fussballs. Angeführt von Weltmeister Lionel Messi, der nach einem erneuten Drama-Sieg nun schon bei acht WM-Toren im Turnier steht und in seiner Karriere 21 Treffer an Endrunden erzielt hat.
Ausserdem mit dabei beim Gipfeltreffen der Goalgetter: Kylian Mbappé, Erling Haaland, Harry Kane, Jude Bellingham und Ousmane Dembélé. Eine Ansammlung von Weltmeistern, Weltfussballern und Liga-Torschützenkönigen.
Dass es im Viertelfinal am Samstag in Miami (23.00 Uhr Schweizer Zeit) zwischen England und Norwegen auch zum Duell zwischen Haaland (7 Tore) und Kane (6) kommt, hätte sich niemand besser ausdenken können.
Wer macht die meisten Tore?
Längst ist das XXL-Turnier auch zum Privatduell um den WM-Torrekord geworden zwischen Argentiniens Weltmeister Messi und Frankreichs Champion von 2018 Mbappé. Messi, auf den Argentiniens Spiel extrem zugeschnitten ist, erzielte bei seinen insgesamt sechs Teilnahmen bisher 21 Treffer. Und das bei vier verschossenen Penaltys. Zuletzt vergab er bei der verrückten 3:2-Aufholjagd gegen Ägypten. Wie in den vier Spielen bei dieser WM zuvor traf Messi dann aber auch gegen die Nordafrikaner.
Doch da ist noch Mbappé, WM-Torschützenkönig 2022 mit 8 Treffern vor Messi (7). Er kommt vor dem Viertelfinal gegen Marokko (Donnerstag, 22 Uhr) auf sieben Tore an dieser WM und 19 insgesamt. Wohlgemerkt: bei der Hälfte von Messis WM-Teilnahmen. "Er ist gereift", sagt Frankreichs Trainer Didier Deschamps über Mbappé: "Er ist ein Anführer." Und Mbappé ist 27 - Messi 39 Jahre alt. Mbappé hat zudem einen neben sich wie Dembélé, Weltfussballer und auch schon viermal an dieser WM erfolgreich.
Kane kein Alleinunterhalter
Auch bei England verteilt sich die Last auf mehrere Schultern: Klar, Kane ist der Mittelstürmer, der Vollstrecker und Captain. Aber beim denkwürdigen Achtelfinal-Kracher im Aztekenstadion gegen Mexiko schlug Jude Bellingham, Teamkollege von Mbappé bei Real Madrid, mit einem Zwei-Minuten-Doppelpack zuerst zu, ehe Kane per Penalty den 3:2-Sieg in der bis dahin uneinnehmbaren WM-Festung der Mexikaner sicherstellte. "Wie die Verbindung zwischen Bellingham und Kane Englands trägen Angriff belebt hat", schrieb jüngst der englische "Guardian".
Mit seinen famosen 36 Bundesliga-Treffern - keiner schoss mehr - hatte sich Kane bei den Bayern schon für die WM mehr als nur in Form gebracht. Insgesamt traf er in 51 Pflichtspielen 61 Mal. Kane holte sich auch den Goldenen Schuh in Europa - vor Haaland und Mbappé.
Haaland oft blass - bis er explodiert
Apropos Haaland: Wie abhängig ist Norwegen von dem 1,95 Meter grossen Hünen von Manchester City? Er blieb in mehreren Spielen lange auch blass. Doch wenn es gilt, ist er zur Stelle. Beim 2:1 über Rekordweltmeister Brasilien erzielte der 25-Jährige beide Treffer und machte danach den Ruder-Rhythmus-Taktgeber für die Fans.
Über allem steht vorerst aber Messi, dem nach dem zweiten K.o.-Kraftakt die Tränen kamen - nicht mal beim Titeltriumph war "La Pulga" derart emotional. Beim 3:2 nach Verlängerung gegen Kap Verde hatte er das 1:0 erzielt, gegen Ägypten war es das immens wichtige 2:2. Dass er mittlerweile auch zwei Negativ-Rekorde hält - vier von acht WM-Penaltys verschossen und zwei in einem Turnier -, dürfte Messi wenig interessieren.
Ist Fontaines Rekord in Gefahr?
Die WM-Bestmarke von Miroslav Klose, der es in seinen 24 WM-Spielen zwischen 2002 und 2014 auf insgesamt 16 Treffer brachte, haben Messi und danach Mbappé an dieser WM schon pulverisiert. An einem Rekord dürften sich die Toptorschützen jedoch auch 2026 die Zähne ausbeissen: Der Franzose Just Fontaine erzielte an der WM 1958 in Schweden 13 Treffer - bis heute hat kein Spieler auch nur annähernd so häufig getroffen in einem einzigen Turnier.

















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