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Nach Autounfall und Haft: Zukunft von Tiger Woods ungewiss
Tiger Woods verlässt nach einem Autounfall und der folgenden Festnahme das Gefängnis. Wie realistisch ist nun ein weiteres Comeback des 50-Jährigen?
Übermüdet und mit leerem Blick verliess Golf-Superstar Tiger Woods das Gefängnis von Martin County im US-Bundesstaat Florida auf dem Beifahrersitz eines schwarzen SUVs. Nach der erneuten Festnahme nach einem Autounfall ist die sportliche Zukunft des 15-maligen Major-Siegers offener denn je. Ob der bereits 50-Jährige ein Comeback beim legendären Masters vom 9. bis 12. April in Augusta feiern kann, ist nach diesem Vorfall kaum vorstellbar.
Was ist passiert? Stunden vor seiner Entlassung war der beste Spieler in der Geschichte des Golfsports in einen Autounfall wenige Kilometer von seinem Haus auf Jupiter Island verwickelt und daraufhin wegen Drogenverdachts festgenommen worden. Ein Atem-Alkoholtest bei Woods habe zwar einen Wert von null angezeigt. Einen Urintest habe dieser aber nicht machen wollen, teilte der Sheriff vom Martin County mit.
Polizeifoto schockiert Woods-Fans
Der Sheriff beschrieb Woods Zustand nach der Festnahme als lethargisch. "Wir glauben, dass das auf die Substanz zurückzuführen war, unter deren Einfluss er stand." Er sei wegen Fahruntüchtigkeit am Steuer und Verweigerung eines Tests im Zusammenhang mit dem Unfall angeklagt worden. Und wieder gibt es nun ein Polizeifoto von Woods, das seine Fans schockiert.
Woods musste mindestens acht Stunden lang im Gefängnis bleiben und konnte erst dann gegen Kaution freigelassen werden. Weder er noch sein Management haben sich bisher zu dem Unfall geäussert. Auch die PGA-Tour, für die Woods federführend mit einer Kommission an einer Zukunfts-Strategie arbeitet, hat bislang noch keine Stellungnahme veröffentlicht.
Nach Angaben des Sheriffs soll Woods in einem Geländewagen mit hoher Geschwindigkeit zum Überholen eines Fahrzeugs angesetzt haben, das zugleich abbiegen wollte. Woods' Geländewagen streifte dabei den Anhänger des anderen Fahrzeugs, kippte auf die Seite und schlitterte über die Fahrbahn. Woods blieb bei dem Unfall unverletzt.
Ähnlicher Vorfall schon 2017
Der Vorfall erinnert an ein Ereignis aus dem Jahr 2017, als Woods ebenfalls in Florida wegen des Verdachts auf Drogenmissbrauchs am Steuer festgenommen wurde. Woods sagte damals, dass es "eine unerwartete Reaktion auf verschriebene Medikamente" gewesen sei. Das Polizeifoto des schwer gezeichneten Golfstars schockte damals die Öffentlichkeit. Woods begab sich danach in stationäre Behandlung. Viele Insider prophezeiten das Ende der Ära Woods.
Doch der Mann, der 683 Wochen an der Spitze der Weltrangliste stand, kämpfte sich Schritt für Schritt zurück - mit Erfolg. 2019 schrieb Woods Geschichte: Im Alter von bereits 43 Jahren feierte er beim Masters im Augusta National Golf Club mit dem Gewinn seines fünften Titels eines der grössten Comebacks im Sport.
Doch die Verletzungen des über die Jahre geschundenen Körpers holten ihn wieder ein. Weitere Operationen am Rücken und den Knien folgten - und der nächste Autounfall. Im Februar 2021 kam er in Los Angeles mit dem Wagen von der Strasse ab und überschlug sich mehrfach. Er erlitt komplizierte Brüche am rechten Bein und Knöchel.
Woods sagte später, dass sogar eine Amputation in Betracht gezogen worden war. Er lag drei Wochen im Spital und danach nach eigenen Angaben weitere drei Monate im Krankenbett bei sich zu Hause in Florida. Damals gab es beim Golfstar Angaben der Polizei zufolge keine Anzeichen für den Einfluss von Alkohol, Drogen oder Medikamenten.
Comeback vorderhand kaum realistisch
Seinen letzten grösseren Auftritt hatte Woods beim British Open 2024. Nach einem Achillessehnenriss im Frühjahr 2025 fiel er für die Saison aus - und liess sich im vergangenen Herbst dann ein weiteres Mal am Rücken operieren.
"Dieser Körper... Er erholt sich nicht mehr so wie damals, als ich 24, 25 war. Das heisst nicht, dass ich es nicht versuche", sagte Woods. Nach dem erneuten Vorfall ist die Rückkehr in den Augusta National Golf Club zumindest als Spieler wenig realistisch.
















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