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Keystone-SDA | Dienstag, 17. März 2026

Norwegens Parlament stimmt für Epstein-Kommission

Nach Bekanntwerden der Verstrickungen der aussenpolitischen Elite in Norwegen in den Epstein-Skandal hat das dortige Parlament einstimmig die Einrichtung einer unabhängigen Untersuchungskommission beschlossen. Die Kommission soll die Arbeit des Auswärtigen Dienstes und anderer Behörden in den vergangenen Jahrzehnten prüfen, wie die norwegische Nachrichtenagentur NTB berichtete.

"Es ist entscheidend, dass die Fakten auf den Tisch kommen", sagte Regierungschef Jonas Gahr Støre demnach im Parlament. Der Kontrollausschuss des Parlaments hatte die Einrichtung der Kommission zuvor vorgeschlagen. Das Parlamentspräsidium soll deren Mitglieder ernennen.

Aussenpolitische Prominenz in den Fall verwickelt

Wegen ihrer Kontakte zu dem US-amerikanischen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein stehen der norwegische Ex-Regierungschef und frühere Generalsekretär des Europarats, Thorbjørn Jagland, die bisherige Botschafterin in Jordanien und dem Irak, Mona Juul, und ihr Mann, der frühere Top-Diplomat Terje Rød-Larsen, bereits im Fokus der Behörden. Gegen Jagland und Juul laufen laut NTB Ermittlungen wegen des Verdachts auf schwere Korruption, gegen Rød-Larsen wegen des Verdachts auf Beihilfe zu schwerer Korruption.

Der frühere norwegische Aussenminister Børge Brende war nach Bekanntwerden seiner Kontakte zu Epstein als Chef des Weltwirtschaftsforums zurückgetreten. Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit soll eine enge Freundschaft zu dem Sexualstraftäter gepflegt haben.

Untersuchungskommission soll jeden Stein umdrehen

Die geplante Untersuchung soll bis in die Zeit von 1993 zurückreichen. Sie soll laut NTB die Beziehungen zwischen norwegischen Behörden und externen Organisationen, Stiftungen und Netzwerken prüfen, an denen Norwegen beteiligt war.

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