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Keystone-SDA | Donnerstag, 01. Oktober 2026

Oberstes US-Gericht: Tennessee darf Christa Pike hinrichten

In Tennessee darf die erste geplante Hinrichtung einer Frau seit mehr als 200 Jahren vollstreckt werden. Das Oberste US-Gericht gab im Fall Christa Pike einem Eilantrag der für die Gefängnisse zuständigen Behörde des Bundesstaates statt und setzte damit den von einer unteren Instanz verhängten Vollstreckungsstopp ausser Kraft.

Mord liegt mehr als 30 Jahre zurück

Am Mittwoch war die Vollstreckung per Giftspritze erst kurz vor knapp gestoppt worden. Die heute 50-Jährige wurde 1996 für den Mord an einer damals 19-jährigen Bekannten zum Tode verurteilt. Pike war zum Tatzeitpunkt 18 Jahre alt. 1995 hatten drei Teenager das Opfer in einem abgelegenen Gebiet nahe der University of Tennessee in Knoxville gefoltert und getötet.

Die zum Tode verurteilte Pike habe Zweifel an der Rechtmässigkeit des vorigen Verfahrens dargelegt, die nun geprüft werden müssten, entschied ein Berufungsgericht am Mittwoch. Zentraler Punkt dabei ist die gerichtliche Würdigung von Traumata, die Pike eigenen Angaben zufolge als Kind erlitt.

Die Verurteilte machte vor Gericht geltend, der Bundesstaat Tennessee habe sie als Lügnerin abgetan und ihre Angaben zu erlittenem Missbrauch für fabriziert gehalten. Dann habe der Bundesstaat den Missbrauch später jedoch doch als solchen anerkannt.

Pike ist nach Angaben der offiziellen Webseite der Regierung von Tennessee die einzige Frau, die derzeit im Todestrakt des US-Bundesstaates eine Strafe verbüsst. Sie wäre laut der Forschungseinrichtung Cornell Center on the Death Penalty Worldwide die erste Frau seit 1819, die in Tennessee hingerichtet wird.

Eilantrag war vergebens

In dem Eilantrag an das Oberste US-Gericht warf der Staat Tennessee der Verteidigung Pikes unter anderem eine bewusste Verzögerungstaktik in letzter Minute vor, um die Vollstreckung zu verhindern. Zudem sahen die Kläger geringe Erfolgsaussichten für die Verurteilte: Die Grausamkeit und Schwere des Mordes wogen rechtlich so schwer, dass selbst das vor Gericht geltend gemachte Kindheitstrauma die Todesstrafe nicht verhindert hätte.

Pike hingegen argumentierte in einer Antwort vor dem Supreme Court, dass dem Bundesstaat kein irreparabler Schaden entstehe, wenn der Eilantrag abgelehnt werde. Sollte ihm dagegen stattgegeben werden, würde Pike ihr Leben verlieren.

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