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Keystone-SDA | Mittwoch, 25. Februar 2026

Offene Fragen um Olympia 2030 in Frankreich

Frankreichs Olympia-Macher stehen vor grossen Herausforderungen und Problemen. Sogar der Staatspräsident soll sich alarmiert gezeigt haben.

Personalquerelen im Organisationskomitee, Sponsoring-Fragen und Verzögerungen bei den Vorbereitungen: Die Probleme beim Ausrichter Frankreich vier Jahre vor den nächsten Winterspielen überschatten die Freude über die Rekordausbeute von 23 französischen Olympia-Medaillen in Italien.

Nach der Festveranstaltung in Albertville mit einer Parade von Athleten rücken nun wieder die Sorgen in den Fokus. Dabei hatte Frankreich sich mit den Sommerspielen 2024 in Paris eigentlich als souveräner Organisator von Spitzenwettkämpfen bewiesen.

Rücktrittsserie im OK

Eine Serie an Rücktritten erschüttert das zerstrittene Organisationskomitee. Nach dem Ausscheiden von drei anderen Führungskräften steht nach Medienberichten auch Generaldirektor Cyril Linette wegen "unüberwindbarer Meinungsverschiedenheiten" mit OK-Präsident Edgar Grospiron vor dem Weggang. Während das Ausscheiden offiziell noch nicht verkündet ist, deute einiges auch auf einen möglichen Austausch des Präsidenten selbst hin, schreiben die Zeitungen "L'Équipe" und "Le Parisien".

Die Querelen stossen laut "Parisien" auf jeden Fall im Élysée-Palast übel auf. Präsident Emmanuel Macron mache Druck und habe für das Aufstellen eines funktionierenden Organisationskomitees eine Frist bis zum 15. März gesetzt. Am Sonntag noch gab es eine OK-Krisensitzung in Mailand.

"Wir werden rechtzeitig bereit sein"

"Wir wollen berauschende und spektakuläre Spiele organisieren", betonte OK-Präsident Grospiron zum Abschluss der Spiele in Norditalien. "Wir haben die organisatorischen Erfahrungen von 2024. Das hilft uns, schnell in einen Rhythmus zu kommen und sicherzustellen, dass wir rechtzeitig bereit sein werden", sagte der Buckelpisten-Olympiasieger von 1992 mit Blick auf Verzögerungen.

"Wir brauchen Stabilität, Ruhe und Kontinuität im Organisationskomitee, dann werden wir die Spiele erfolgreich umsetzen können", meinte der 56-Jährige zu den Personalproblemen. Es gebe wenig Zeit und einen engen finanziellen Rahmen. "Aber wir wissen, dass wir das schaffen können."

Wettkämpfe zwischen Genfersee und Mittelmeer

Noch nicht komplett festgezurrt ist die Zuordnung der Wettkämpfe auf die Austragungsorte in den Regionen Provence-Alpes-Côte d'Azur und Auvergne-Rhône-Alpes. Das Konzept sieht fast ausschliesslich die Nutzung bestehender Wettkampfstätten vor, die sich auf vier Hauptregionen verteilen, die vom Genfersee und den nördlichen Alpen bis zum Mittelmeer im Süden reichen.

Zum Rahmenplan gehören der Eiskanal von La Plagne, die Skisprungschanze von Courchevel und die Abfahrt Roc de Fer in Méribel. Der Wintersportort Annecy‐Le Grand Bornand soll die Biathlon-Wettbewerbe ausrichten. In Nizza sind alle Eissportarten ausser dem Eisschnelllauf vorgesehen, der ausserhalb Frankreichs ausgetragen werden soll, um den Bau einer neuen Sportstätte zu vermeiden.

Ausgewichen werden soll auf Turin oder Heerenveen in den Niederlanden. "Das entscheidet nicht das OK", erläuterte Grospiron. "Wir müssen das umsetzen, was die Regionen und das IOC entschieden haben und fantastische Spiele daraus machen."

Wettkampfprogramm steht noch nicht

"Beim Plan der Wettkampfstätten sind 15 Prozent noch offen, 85 Prozent sind schon klar", berichtete Frankreichs OK-Chef. Aber das Wettkampfprogramm sei noch nicht endgültig festgelegt. Dies sei aber nötig, um den Plan für die Wettkampfstätten abschliessen zu können. "Wir brauchen einen Entscheid des IOC bis Juni. Da arbeiten wir auch mit den Weltverbänden zusammen."

Spät dran sind die Olympia-Macher auch bei den Verträgen für das Sponsoring, das zum Budget von rund 3,4 Milliarden Euro der kommenden Winterspiele beitragen soll. In den nächsten Wochen werde ein erster Partner bekanntgegeben, heisst es von den Organisatoren. Wie der Sender RTL berichtete, verweist ein interessiertes Unternehmen allerdings als Grund für Verzögerungen auf die schleppende Planung. Am Ende werde man aber zueinanderfinden, hiess es von dem Unternehmen.

Frankreich hat bereits reichlich Olympia-Erfahrung. Paris war 2024 zum dritten Mal nach 1900 und 1924 Sommer-Gastgeber. In den französischen Alpen fanden Winterspiele in Chamonix (1924), Grenoble (1968) und zuletzt Albertville (1992) statt - dort holte OK-Chef Grospiron vor 34 Jahren Gold.

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