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Keystone-SDA | Donnerstag, 26. Februar 2026

Offene Kugelentscheidungen und ein Hitchcock-Finale

Nach Olympia ist vor dem Endspurt im Weltcup. Die Nachrichtenagentur Keystone-SDA stellt das restliche Programm vor, ordnet die noch offenen Kugelentscheidungen ein und blickt auf die Nationenwertung.

Neun Medaillen sicherten die Alpinen der Schweiz an den Olympischen Spielen. Damit waren sie die mit Abstand erfolgreichsten Sportler der 175-köpfigen Delegation in Mailand-Cortina. Zeit zum Durchatmen bleibt den Olympia-Helden aber nicht. Es geht nahtlos über zum Weltcup.

Welche Rennen noch anstehen

Bei den Männern stehen noch je drei Abfahrten und Super-G sowie je zwei Riesenslaloms und Slaloms auf dem Programm. Den Auftakt im Saisonendspurt macht am kommenden Wochenende Garmisch, wo zwei Speedrennen geplant sind. Die Techniker machen noch Halt in Kranjska Gora (7./8. März), die Speedcracks in Courchevel (14./15. März), ehe es für alle in die Region Lillehammer zum Saisonfinale (21. bis 25. März) geht. Die letzten Speedrennen stehen in Kvitfjell an, die Technikdisziplinen werden in Hafjell ausgetragen.

Die Frauen haben noch zwei Rennen mehr im Programm als die Männer. Dies, weil die abgesagten Rennen von Zauchensee (Super-G) und Crans-Montana (Abfahrt) nachgeholt werden. So steht an den kommenden zwei Wochenenden je ein Dreierevent für die Speedfahrerinnen an. In Soldeu kommen eine Abfahrt und zwei Super-G zur Austragung, in Val di Fassa stehen zwei Abfahrten und ein Super-G auf dem Programm. Mitte März (14./15) sind in Are nochmals die Technikerinnen gefragt, ehe auch die Frauen zum Saisonfinale nach Norwegen reisen.

Wo die Kugeln (schon fast) verteilt sind

Von den insgesamt zehn Kristallkugeln ist eine bereits vergeben. Bei den Frauen ist der Kampf um den Disziplinensieg im Slalom längst entschieden. Mikaela Shiffrin stand bereits Ende Januar als "Slalom-Queen" fest, nachdem sie in Spindleruv Mlyn zum siebten Mal im achten Rennen zuoberst stand.

Bei den Männer führt der Sieg im Gesamtweltcup wie erwartet und wie in den letzten Jahren über Marco Odermatt. Mit 587 Punkten Vorsprung auf Lucas Pinheiro Braathen ist ihm bei noch zehn ausstehenden Rennen die grosse Kristallkugel nur noch theoretisch zu nehmen. Frühestens auch rein rechnerisch klarmachen könnte der Nidwaldner seinen dann fünften Gesamtweltcupsieg in Folge beim Riesenslalom in Kranjska Gora.

Auch in den Speed-Disziplinen stehen die Zeichen auf Kugelgewinn Odermatt. Bei jeweils noch drei ausstehenden Rennen beträgt sein Vorsprung in der Abfahrt 115 Punkte auf Olympiasieger und Weltmeister Franjo von Allmen und im Super-G 158 Punkte auf Vincent Kriechmayr. Fährt Odermatt so konstant wie bisher (nie schlechter als Platz 5), wird er zum dritten Mal als bester Abfahrer der Saison und zum vierten Mal als konstantester Super-G-Fahrer des Winters ausgezeichnet.

Wo alles offen ist

Bei den Frauen ist in den Speed-Disziplinen bei jeweils noch vier ausstehenden Rennen noch alles offen. In der Abfahrt führt Lindsey Vonn mit 146 Punkten Vorsprung auf die Deutsche Emma Aicher. Vonn wird nach ihrem Sturz in der Olympiaabfahrt in dieser Saison jedoch keine Rennen mehr bestreiten. Gut möglich, dass sie von der jungen Aicher oder deren Landsfrau Kira Weidle-Winkelmann (168 Punkte Rückstand) noch abgefangen wird. Auch die Italienerinnen Laura Pirovano (193), Nicol Delago und Sofia Goggia (je 220) haben noch Chancen auf die Kugel.

Im Super-G führt Goggia 60 Punkte vor der Neuseeländerin Alice Robinson und 90 Punkte vor Lindsey Vonn. Romane Miradoli aus Frankreich liegt 99 Punkte hinter Goggia. Malorie Blanc, die Sensationssiegerin von Crans-Montana, könnte mit 127 Punkten Rückstand auch noch in den Kugelkampf eingreifen.

Wo sich der Kampf zuspitzt

Im Riesenslalom ist Odermatts Vorsprung mit 103 Punkten auf Pinheiro Braathen zwar gross. Ein Ausrutscher in einem der beiden noch ausstehenden Rennen in Form eines Ausscheidens könnte den Kampf um die Kugel aber nochmals spannend machen. Läuft alles normal, wird sich Odermatt aber auch diese Kugel abholen - zum fünften Mal.

Die Österreicherin Julia Scheib liegt bei den Frauen im Riesenslalom zwei Rennen vor Schluss 89 Punkte vor Camille Rast. Die Schweizerin muss so konstant weiterfahren wie bisher und auf einen Ausrutscher ihrer Konkurrentin hoffen. Ansonsten ist der 27-jährigen Steirerin die Kugel nicht mehr zu nehmen.

Gleiches gilt für Rast im Gesamtweltcup. Dort führt Shiffrin bei noch zwölf ausstehenden Rennen mit 170 Punkten Vorsprung auf die Walliserin. Da beides Technikerinnen sind, wird sich der Kampf um die grosse Kristallkugel in den verbleibenden je zwei Riesenslaloms und Slaloms entscheiden. Und wer weiss, vielleicht macht Allrounderin Emma Aicher aus dem Duell einen Dreikampf. Sie hat zwar 449 Punkte Rückstand auf Shiffrin, kann in den anstehenden Dreierevents aber ordentlich Boden gutmachen.

Wo ein Hitchcock-Finale ansteht

Während bei den Frauen Mikaela Shiffrin den Slalom dominiert, ist bei den Männern nicht absehbar, wer sich die Kugel für den besten Stangenkünstler am Ende der Saison abholt. In keiner anderen Disziplin ist die Dichte an Spitzenathleten so gross wie im Slalom. In den bisherigen neun Saisonrennen gab es sieben verschiedene Sieger - Loïc Meillard, der sich in Bormio zum Olympiasieger krönte, gehört nicht dazu.

Bei zwei ausstehenden Rennen haben theoretisch noch acht Fahrer die Chance auf den Disziplinensieg. Die besten Karten hat Atle Lie McGrath. Für den Norweger wäre der Gewinn der kleinen Kugel nach dem Aus bei Olympia als Halbzeitführender Balsam für die Seele. Sein Vorsprung auf Pinheiro Braathen beträgt jedoch nur einen Punkt. Auch der Franzose Clément Noël (17 Punkte Rückstand) und der Norweger Timon Haugan (53) dürfen sich berechtigte Hoffnungen auf den Disziplinensieg machen.

Wer sich die Nationenwertung sichert

Die Chancen stehen gut, dass die Schweiz zum vierten Mal in Serie und zum sechsten Mal in den letzten sieben Jahren die Nationenwertung für sich entscheidet - und dies trotz des Ausfalls von Punktelieferantin Lara Gut-Behrami. Zu Beginn der Saison vom ewigen Rivalen Österreich abgehängt, liegt die Schweiz mittlerweile 629 Punkte vor dem östlichen Nachbarn.

Zum bisher letzten Mal das Nachsehen gegenüber dem ÖSV hatte Swiss-Ski in der Saison 2021/22, als man 257 Punkte weniger holte. Von einer Rekordserie ist die Schweiz jedoch weit entfernt: Österreich dominierte die Nationenwertung zwischen 1990 und 2019 und holte 30 Mal (!) in Folge den Sieg.

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