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Rücktritt aus Fussball-Nati
Keystone-SDA | Donnerstag, 10. September 2026

Okafor will unter Yakin nicht mehr für die Schweiz spielen

Noah Okafor wird bis auf Weiteres nicht mehr für die Schweizer Nationalmannschaft auflaufen. Das gab der 26-jährige Stürmer in einem ausführlichen Statement auf seinen Social-Media-Kanälen bekannt.

Okafor war an der Weltmeisterschaft im Sommer nur zu einem Kurzeinsatz gekommen. Im Sechzehntelfinal gegen Algerien wurde der Stürmer von Leeds United für die letzten 13 Minuten eingewechselt. Es war sein 26. und vorerst letztes Länderspiel für die Schweiz.

Bereits zuvor hatte seine geringe Berücksichtigung für Gesprächsstoff gesorgt. Bei der EM vor zwei Jahren war Okafor gar nicht zum Einsatz gekommen. Okafor betont nun jedoch ausdrücklich, dass sein Rücktritt nichts mit seinen Einsatzzeiten zu tun habe.

Vertrauensbruch als Grund

Als Grund nennt er vielmehr ein beschädigtes Vertrauensverhältnis sowie mehrere Vorfälle während der WM in Nordamerika, die ihn tief getroffen hätten. "Ich habe für mich entschieden, dass ich unter dem aktuellen Trainer nicht mehr für die Nationalmannschaft spielen möchte", schreibt Okafor.

Dabei blickt der 26-Jährige auch auf seine Beziehung zu Nationaltrainer Murat Yakin zurück. Ein Jahr nach der EM sei Yakin gemeinsam mit Mitgliedern des Trainerstabs extra zu ihm nach England gereist, um ein klärendes Gespräch zu führen. Dieses sei "sehr wertschätzend und gut" gewesen. Missverständnisse seien ausgeräumt worden, Okafor habe Yakin dafür gedankt.

Nicht eingehaltene Zusagen

Mit einem guten Gefühl und voller Motivation sei er deshalb zur WM gereist, um alles für die Mannschaft und die Schweiz zu geben. Umso enttäuschender sei für ihn gewesen, was er während des Turniers erlebt habe. Nicht wegen seiner wenigen Einsatzminuten, wie er betont, sondern "wegen der Art und Weise, wie mit mir umgegangen wurde".

Okafor spricht von verletztem Vertrauen und nicht eingehaltenen Zusagen. Auch sein Kurzeinsatz gegen Algerien habe ihn in dieser Hinsicht enttäuscht. Selbst bei kleinen Fehlern weit weg vom eigenen Tor sei auf eine Art und Weise reagiert worden, die ihn tief getroffen habe.

Bereits vor der WM hatte das Verhältnis zwischen Okafor und Yakin für Schlagzeilen gesorgt. Nach der EM 2024 war der Angreifer wegen seiner Körpersprache und seiner öffentlichen Kritik an seiner geringen Berücksichtigung in die Kritik geraten. Später kam es zu einer Aussprache mit Yakin. Okafor entschuldigte sich daraufhin vor der Mannschaft für sein Verhalten und wollte das Kapitel nach eigenen Angaben hinter sich lassen.

Lobende Worte für Yakin

Nun zieht er dennoch einen Schlussstrich, zumindest vorerst. Gleichzeitig findet Okafor lobende Worte für Yakin: "Murat Yakin macht einen tollen Job und hat mit der Schweiz Historisches erreicht. Der Erfolg gibt ihm und seiner Arbeit recht." Eine Sonderbehandlung verlange er nicht. Es gehe ihm lediglich um gegenseitigen Respekt und Vertrauen. "Aber diese Grundlage sehe ich für die kommenden Jahre nicht."

Auch der Schweizerische Fussballverband (SFV) bestätigte am Donnerstagnachmittag den Rückzug. "Noah hat uns heute persönlich informiert, dass er vorläufig nicht mehr für die Nati spielen wird. Wir respektieren seinen Entscheid und wünschen ihm viel Glück und Erfolg bei seinem Verein", teilte der SFV mit.

Okafor betont, dass ihm der Entscheid extrem schwergefallen sei. Die Nationalmannschaft bedeute ihm sehr viel. Er wünsche dem Team weiterhin nur das Beste und werde seine ehemaligen Mitspieler auch künftig unterstützen. Für die Schweiz zu spielen sei für ihn "etwas ganz Besonderes" gewesen.

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