Die digitale Ausgabe des Sarganserländers.
Olaf Breuning befragt in einer Ausstellung menschliche Ambivalenz
Olaf Breuning ist mit seinem Werk zwischen Zeichnung, Fotografie, Video, Skulptur und Installation längst in den grossen Museen weltweit vertreten. Jetzt widmet ihm das Museum zu Allerheiligen in seiner Heimatstadt Schaffhausen eine Einzel-Ausstellung.
"Humans" ist der Titel der Ausstellung. Mit den gezeigten Werken, die zu grossen Teilen eigens für die Ausstellung entstanden sind, fragt Breuning, "was vom Menschen bleibt, wenn Technik, Konsum und Krisen unser Leben prägen", schrieb das Museum zu Allerheiligen in einer Mitteilung.
Da ist zum Beispiel ein kleiner Affe aus Bronze, der auf einem Marmorsockel sitzt. Er hält das Ende eines 300 Meter langen Seils, das für 4,5 Milliarden Jahre Erdgeschichte steht. Die Spitze des Seils in der Hand des Affen ist vergoldet. Diese wenigen Millimeter markieren die kurze Zeit menschlicher Existenz. "20 mm" heisst denn auch die Installation. Dabei taucht der Affe in Breunings Arbeiten seit je immer wieder auf. Er symbolisiert den Spiegel menschlichen Verhaltens.
Olaf Breuning wurde 1970 in Schaffhausen geboren; er lebt und arbeitet seit Längerem in New York. Früh gelang ihm der internationale Durchbruch. Seit den späten 1990er Jahren zeigen Museen weltweit seine Arbeiten, beispielsweise das Museum of Modern Art in New York oder das Centre Pompidou in Paris. Einzelausstellungen widmeten ihm das Palais de Tokyo in Paris (2011), das Zentrum Paul Klee in Bern (2013) oder das NRW-Forum in Düsseldorf (2016).
Und jetzt also Schaffhausen: In der Ausstellung untersuche Breuning das Erwachsenwerden, das Mannsein heute und menschliche Verhaltensweise in all seiner Ambivalenz. "In der bewusst reduzierten, unmittelbar lesbaren Bildsprache verbindet er Humor mit präziser Beobachtung und macht gesellschaftliche Gegenwartsthemen überraschend zugänglich", schrieb das Museum. Themen wie Künstliche Intelligenz (KI), Klimakrise und Menschsein tauchen in den gezeigten Werken auf.
Humorvoll, doch melancholisch
Gezeigt werden 60 neue Zeichnungen in Schwarz-Weiss, die skurrile Szenen zeigen aus dem Alltag von Menschen, Tieren oder des Planeten. Hinzu kommen zwei raumgreifende Installationen sowie, erstmals in einer Ausstellung, Videoarbeiten, die mit KI erzeugt wurden.
Dabei seien, so das Museum, Breunings jüngste Arbeiten "ernster und nachdenklicher" als frühere Werke. Seinen humorvollen Blick hat er sich zwar erhalten - der Affe mit dem Seil ist ein Beispiel dafür. Doch "existenzielle Fragen, Ernüchterung und eine gewisse Melancholie" seien stärker in den Vordergrund gerückt.
Die Ausstellung "Olaf Breuning. Humans" ist bis 27. September zu sehen. Vernissage ist am (heutigen) Freitag, für das Publikum öffnet sie am Samstag.
















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