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Keystone-SDA | Mittwoch, 22. April 2026

Palästinenser bei Konfrontationen mit Siedlern getötet

Bei Konfrontationen mit israelischen Siedlern ist im besetzten Westjordanland erneut ein Palästinenser getötet worden. Ein 25-Jähriger sei Schussverletzungen erlegen, teilte das palästinensische Gesundheitsministerium in Ramallah mit. Nach Angaben des palästinensischen Rettungsdienstes Roter Halbmond schossen ihm Siedler bei einem Angriff in Deir Dibwan in den Rücken.

Nach palästinensischen Medienberichten durchsuchte die Armee das Dorf und nahm mehr als 30 Personen fest. Ein israelischer Armeesprecher sagte auf Anfrage, man prüfe die Berichte.

Das israelische Nachrichtenportal "ynet" berichtete, jüdische Wanderer seien in der Region unterwegs gewesen und von Dutzenden Palästinensern mit Steinen beworfen worden. Erst anschliessend seien Schüsse gefallen. Die Angaben beider Seiten liessen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Zunahme von Siedlergewalt im Westjordanland

Seit dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 und dem dadurch ausgelösten Gaza-Krieg hat die Gewalt radikaler israelischer Siedler gegen Palästinenser und deren Eigentum im besetzten Westjordanland deutlich zugenommen. In israelischen Medien ist dabei zunehmend von "jüdischem Terror" die Rede.

Israels Militär unter Druck wegen mangelnder Strafverfolgung

Generalstabschef Ejal Zamir hatte im März Angriffe radikaler Siedler auf Palästinenser als "moralisch und ethisch inakzeptabel" verurteilt. Den israelischen Sicherheitskräften wird jedoch weiterhin vorgeworfen, nicht entschlossen genug gegen das Phänomen vorzugehen oder sich sogar auf die Seite aggressiver Siedler zu stellen.

Israel hatte im Sechstagekrieg 1967 unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert. Dort leben heute inmitten von drei Millionen Palästinensern rund 700.000 israelische Siedler. Die Palästinenser beanspruchen die Gebiete für einen eigenen Staat mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt.

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