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Keystone-SDA | Montag, 28. September 2026

Patrick Müller: "Die Konstanz macht diese WM aus"

Marlen Reusser sorgt in Montreal mit ihrem zweiten WM-Titel im Zeitfahren für den frühen Schweizer Höhepunkt. Trotz mehrerer verpasster Medaillenchancen zieht Swiss Cycling eine positive WM-Bilanz.

Mit der erfolgreichen Titelverteidigung im Einzelzeitfahren lancierte Marlen Reusser die 99. Strassenrad-Weltmeisterschaften aus Schweizer Sicht perfekt. Der ganz grosse Medaillenregen blieb danach zwar aus. Dennoch durfte sich die Schweiz am Ende über drei Medaillen freuen: Gold durch Reusser sowie Bronze im Mixed-Teamzeitfahren und durch Anja Grossmann im Strassenrennen der Juniorinnen.

Konstanz als grösstes Plus

Bei Swiss Cycling fällt die Bilanz entsprechend positiv aus. Patrick Müller, der Chef Leistungssport, hebt dabei weniger einzelne Resultate als die Breite der Leistungen hervor. "Was die Weltmeisterschaften dieses Jahr für Swiss Cycling ausmachen, ist die Konstanz, mit welcher die Athletinnen und Athleten über alle Kategorien hinweg ihre Leistung abrufen konnten. Diese Konstanz können wir besser beeinflussen als einzelne Grosserfolge."

Herausragende Schweizer Figur war Reusser. Neben ihrem zweiten WM-Titel in Folge im Einzelzeitfahren führte die 35-jährige Bernerin die Mixed-Staffel zu Bronze und verpasste im Strassenrennen als Vierte das Podest lediglich um vier Sekunden. "Die Leistung von Marlen war überragend während der ganzen Woche. Sie fährt in allen drei Rennen um den WM-Titel", sagt Müller.

Auch im abschliessenden Strassenrennen der Männer mischte die Schweiz lange im Kampf um die Medaillen mit. Mauro Schmid griff in der Schlussphase aus der Verfolgergruppe an und durfte kurz von Silber träumen.

Einige Chancen ausgelassen

Trotz der positiven Gesamtbilanz blieben einige Chancen ungenutzt. Im Mixed-Teamzeitfahren wurde Stefan Küng wie im Jahr zuvor Reusser von einem Defekt ausgebremst. Statt des dritten WM-Titels nach 2022 und 2023 gab es wie im Vorjahr "nur" Bronze.

Leder gab es nicht nur für Marlen Reusser im Strassenrennen der Elite, sondern auch zweimal im Nachwuchsbereich. Mara Winter belegte im U23-Strassenrennen ebenso den undankbaren 4. Rang wie Anja Grossmann im Zeitfahren der Juniorinnen. Ganz ohne Podestplatz blieb die bald 18-jährige Luzernerin aber nicht. Im Strassenrennen gewann sie wie schon im Vorjahr in Kigali Bronze.

Gerade der Nachwuchs stimmt Müller zuversichtlich. "Unser Nachwuchs zeigt sich bereit, in den nächsten Jahren nachzurücken." Sein Fazit: "Wir reisen sehr zufrieden von den Weltmeisterschaften nach Hause."

2027 Super-WM in Frankreich

Im nächsten Jahr werden die WM-Medaillen im französischen Département Haute-Savoie vergeben. Dort findet vom 24. August bis 5. September zum zweiten Mal nach Glasgow 2023 eine sogenannte Super-WM statt. Bei dem mehr als zwei Wochen dauernden Grossereignis werden die Weltmeisterschaften in 20 Disziplinen wie Strasse, Bahn, Mountainbike und BMX unter einem Dach vereint.

Am Rande der Titelkämpfe in Montreal wurden die Strecken für die 13 Medaillenentscheidungen auf der Strasse in den französischen Alpen vorgestellt. Während die Strassenrennen um Sallanches mit ihren zahlreichen Höhenmetern zu den härtesten WM-Rennen dieses Jahrtausends zählen dürften, präsentiert sich auch der 37,2 km lange Zeitfahr-Parcours rund um den Lac d’Annecy mit einem 1,5 km langen Anstieg bei durchschnittlich 6,5 Prozent Steigung als anspruchsvoll.

Nach der WM ist vor der EM

Die nächste Medaillenjagd steht mit den Europameisterschaften in Ljubljana bereits vor der Tür. Am kommenden Wochenende fallen in der slowenischen Hauptstadt die Entscheidungen in den Strassenrennen, am Mittwoch darauf jene in den Einzelzeitfahren.

Marlen Reusser tritt in der Prüfung im Kampf gegen die Uhr als Titelverteidigerin an. Die stärksten Schweizer Männer verzichten hingegen vornehmlich aufgrund der Topografie auf das Zeitfahren. Im Strassenrennen soll die Auswahl um Marc Hirschi sowie Fabio und Jan Christen vorne mitmischen. Gleiches gilt bei den Frauen für das Team um Reusser und Noemi Rüegg.

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