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Keystone-SDA | Freitag, 17. April 2026

Piloten beenden vorerst Streiks bei der Lufthansa

Passagiere der Lufthansa können vorerst aufatmen. Nach Streiks des fliegenden Personals über die ganze Woche plant die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) kurzfristig keine weiteren Arbeitskampfmassnahmen. Das teilte sie am Freitag intern mit.

Zunächst müssten Vorstand und Tarifkommission die Situation bewerten. Für Montag seien zudem Sondierungsgespräche mit dem Unternehmen zu einer möglichen Schlichtung geplant, hiess es. Ein erster Anlauf dazu war gescheitert, weil sich beide Seiten nicht auf ein einheitliches Themenfeld einigen konnten. Am Freitag waren noch einmal hunderte Flüge abgesagt worden.

Gemeinsam mit der Kabinengewerkschaft Ufo hatten die Piloten den Betrieb der Airlines Lufthansa, Lufthansa Cargo und Cityline in dieser Woche für fünf Tage lahmgelegt. Auch der Ferienflieger Eurowings wurde an zwei Tagen bestreikt.

Der Konzern hatte am Donnerstag mit der sofortigen Schliessung des Flugbetriebs bei der Cityline reagiert. Begründet wurde der Einschnitt zudem mit hohen Kerosinkosten bei der veralteten Flotte des Regionalfliegers.

Normalbetrieb am Samstag angestrebt

Am Freitag wurden allein am Drehkreuz Frankfurt erneut rund 650 von 1337 geplanten Starts und Landungen annulliert, wie der Betreiber Fraport berichtet. Die Zahlen beziehen sich auf sämtliche Airlines am Standort, die Annullierungen sind aber zum grössten Teil auf den Lufthansa-Streik zurückzuführen.

Davon waren auch Verbindungen in die Schweiz betroffen. Am Flughafen Zürich wurden sechs Abflüge und ebenso viele Ankünfte von und nach Frankfurt annulliert, wie eine Sprecherin am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitteilte. Am Flughafen Genf seien insgesamt vier Flüge gestrichen worden. Betroffen war eine Verbindung nach Frankfurt und eine nach München.

Lufthansa will nach den Worten einer Sprecherin am Samstag wieder ein weitgehend normales Flugprogramm anbieten. "Dennoch kann es noch zu vereinzelten Flugstreichungen und -verspätungen kommen", sagte sie.

Die 24 Passagier- und drei Fracht-Maschinen der Cityline werden ausser Betrieb gestellt. Die Gesellschaft hat in der Vergangenheit unter Lufthansa-Flugnummern Zubringerflüge an die Drehkreuze nach Frankfurt und München erledigt.

Diese Flüge seien ab Samstag annulliert, erklärte die Sprecherin. Die Passagiere würden umgebucht oder bekämen den Flugpreis erstattet. Erst in den kommenden Wochen werde geprüft, in welchem Umfang das Cityline-Flugangebot ersetzt werden könne.

Die Vereinigung Cockpit hatte den verschärften Sparkurs des Lufthansa-Konzerns scharf kritisiert und zweifelte die Begründung an.

Es war der fünfte Streiktag in Folge. An vier Tagen dieser Woche waren Pilotinnen und Piloten zur Arbeitsniederlegung aufgerufen, an zwei Tagen die Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter. In den Tarifverhandlungen geht es bei den Lufthansa- und Cargo-Piloten um höhere Beiträge des Arbeitgebers zu den Betriebsrenten, während bei der Cityline um höhere Gehälter gestritten werden sollte.

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