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Keystone-SDA | Freitag, 24. April 2026

Pilze im St. Galler Rheintal strahlten zehnfach über Grenzwert

Vor 40 Jahren erreichte die Angst vor radioaktiver Strahlung auch die Ostschweiz. Gemüseproduzenten wehrten sich nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl gegen die Empfehlungen des Bundes. Im Rheintal überschritten Pilze den Strahlen-Grenzwert um das Zehnfache.

Vier Tage nach der Reaktorkatastrophe vom 26. April 1986 erreichte die radioaktive Wolke die Schweiz. Die Ostschweiz war aufgrund von Niederschlägen besonders betroffen von radioaktiven Ablagerungen. Der Bund empfahl unter anderem, im Freiland angebautes Gemüse zu waschen und bestimmte Gemüsesorten zu schälen.

Der Gemüseproduzenten-Verband wehrte sich. Zwei Wochen nach der Reaktorkatastrophe kritisierte er die Verhaltensempfehlungen der Behörden als "ungenügend und irreführend". Er wies darauf hin, dass in der Schweiz Kopfsalat und alle anderen Blattgemüse mit dem radioaktiven Ausfall überhaupt nicht in Berührung kämen, wie die Nachrichtenagentur SDA damals schrieb. Das Gemüse stamme "samt und sonders aus überdecktem Anbau" und werde "mit Grundwasser bewässert".

Direkte gesundheitliche Folgen durch den Verzehr von kontaminierten Lebensmitteln konnten bei der Schweizer Bevölkerung nicht festgestellt werden, schrieb denn auch das Bundesamt für Gesundheit.

Demonstranten fordern Atomausstieg

Einen Monat nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl zogen rund 1200 Personen in einem Demonstrationszug durch die Altstadt von St. Gallen. Sie forderten den Ausstieg aus der Atomtechnologie. Dies sei der einzige Schutz vor Atomkraftwerk-Unfällen, hiess es in einem Resolutionstext, mit welchem ausserdem die Stilllegung aller Atomkraftwerke in der Schweiz sowie der sofortige Erlass eines durchgreifenden Energiespargesetzes verlangt wurde.

Der St. Galler Kantonsrat lehnte es ab, auf ein Standesbegehren zum "Abschied von der Atomenergie" einzutreten.

Ein verstrahlter Pilz im Rheintal

Kontrollen der damaligen Europäischen Gemeinschaft (EG) zeigten einige Monate nach der Reaktorkatastrophe, dass exportierte Schweizer Lebensmittel ein tieferes Niveau der Verstrahlung aufweisen als die damals geltenden EG-Normen. Das erklärte die EG-Kommission auf die Anfrage einer kommunistischen italienischen Abgeordneten des Europäischen Parlaments in Strassburg.

Auch bei den Käseproben hätten sich eindeutige Werte weit unter der Maximalgrenze der EG von 600 Becquerel ergeben. In der Ostschweiz seien die Maximalwerte bei 150 Becquerel gelegen, schrieb die EG-Kommission.

Eine starke radioaktive Strahlung ermittelte das Labor des Kantons St. Gallen jedoch zwei Jahre nach dem Unglück von Tschernobyl bei Pilzen im Rheintal. Der Wert beim Maronenröhrling überstieg den Toleranzwert um das Zehnfache und war höher als unmittelbar nach dem Kernkraftwerksunfall in der Ukraine.

Kinder aus Tschernobyl in Trogen

Die Reaktorkatastrophe begleitete die Ostschweiz auch Jahre später. Im Jahr 2003 waren 24 Kinder aus der Umgebung von Tschernobyl im Kinderdorf Pestalozzi in Trogen untergebracht. Ihr Aufenthalt diente laut Angaben der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi dazu, das radioaktive Cäsium 137 in ihren Körpern abzubauen und durch gesunde Ernährung die Immunabwehr zu stärken.

In der Schweiz waren aufgrund von Regenfällen das Tessin und die Bündner Südtäler zusammen mit der Ostschweiz am stärksten vom Reaktorunfall betroffen. Das Tessiner Kantonslabor wurde offiziell als eines der sieben nationalen Kompetenzzentren für die Messung der Radioaktivität in Lebensmitteln anerkannt. Seit 1986 führte es über 100 Entnahmen mit 59 verschiedenen Probenarten durch.

Heute lägen die Konzentrationen bei praktisch allen essbaren Pilzen fast immer unter den in der Tschernobyl-Verordnung festgelegten Grenzwerten, wie es an einer Medienkonferenz des Bundesamts für Bevölkerungsschutz am vergangenen Donnerstag hiess. Auch Messungen an Gras, Boden und Milch zeigten, dass der Übergang von Radioaktivität in die Nahrungskette inzwischen als vernachlässigbar gelte.

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