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Keystone-SDA | Donnerstag, 05. März 2026

Portugiesischer Schriftsteller António Lobo Antunes stirbt mit 83

Der Schriftsteller António Lobo Antunes ist verstorben, wie sein Verlag, die Leya-Gruppe, bekanntgegeben hat. Er war einer der weltweit meistgelesenen und meistübersetzten portugiesischsprachigen Autoren und galt mehrfach als Kandidat für den Literaturnobelpreis.

Als desillusionierter Chronist der zeitgenössischen portugiesischen Gesellschaft ist Lobo Antunes Autor eines anspruchsvollen Werks, das Roman, Poesie und Autobiografie in einem barocken und metaphorischen Stil vereint.

Der Vater von drei Töchtern war zweimal verheiratet. Er überwand drei Krebserkrankungen und schrieb dabei noch lange durchschnittlich etwa einen Roman pro Jahr. Einem Journalisten zufolge, dem er eine Reihe von Interviews gab, litt der Autor an einer Form von Demenz. Diese Information wurde von seinem Umfeld jedoch nie bestätigt.

Grosser Erfolg mit "Der Judaskuss"

Lobo Antunes wurde 1942 in eine bourgeoise Familie in Lissabon geboren und entdeckte Anfang der 70-er-Jahre die Schrecken des Kolonialkrieges in Angola, wohin er als Militärarzt entsandt worden war.

Nach seiner Rückkehr wurde er Psychiater in einem Krankenhaus in Lissabon und feierte bereits mit seinem zweiten Roman "Der Judaskuss" (1979) grossen Erfolg. Ab 1985 widmete er sich ausschliesslich dem Schreiben.

Die Welt seiner Figuren offenbart auf ironische Weise die inneren Konflikte einer portugiesischen Gesellschaft, die von 48 Jahren Diktatur und den Enttäuschungen nach der Einführung der Demokratie im Jahr 1974 geprägt ist, insbesondere in "Das Handbuch der Inquisitoren" (1996).

Als Autor von rund dreissig Romanen und mehreren Sammlungen von Zeitungskolumnen erhielt er 2007 den Prémio Camões, die wichtigste literarische Auszeichnung in portugiesischer Sprache.

"Sein Tod ist bestätigt. Wir werden eine Kondolenzbekundung verfassen", erklärte eine Sprecherin der Verlagsgruppe Leya, die seinen letzten Roman 2022 veröffentlicht hatte, gegenüber der französischen Nachrichtenagentur AFP.

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