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Prevc holt mit Platz 2 in Bischofshofen den Tournee-Gesamtsieg
Domen Prevc entscheidet die Vierschanzentournee mit beeindruckender Konstanz für sich.
Beim abschliessenden Springen in Bischofshofen belegte der Slowene Platz 2 und musste sich lediglich dem österreichischen Tagessieger Daniel Tschofenig geschlagen geben.
An der Gesamtwertung änderte das nichts mehr. Der Vorsprung war zu gross, die Entscheidung längst gefallen. Die knappe Niederlage in Innsbruck erhält somit weniger Gewicht, ansonsten hätte ihm nun Tschofenig, der 2025 die Tournee gewann, den Grand Slam vermasselt.
Schon zum Auftakt hatte Prevc den Ton angegeben. In Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen gewann er jeweils mit deutlichem Vorsprung, in Innsbruck reichte ein 2. Platz, um die Konkurrenz weiter auf Distanz zu halten. Mit einem Polster von umgerechnet 23 Metern reiste er nach Bischofshofen und baute es dort weiter aus. Auf dem Tournee-Podest folgten die Österreicher Jan Hörl und Stephan Embacher.
Der Gesamtsieg markierte zugleich ein Stück slowenische Skisprunggeschichte. Prevc war der dritte Athlet aus seinem Land, der die Tournee gewann. Dies nach Primoz Peterka 1997 und zehn Jahre nach seinem Bruder Peter Prevc. Die Vierschanzentournee gilt seit Jahrzehnten als prestigeträchtigste Serie im Skisprung-Weltcup - ein Schweizer war noch nie Gesamtsieger gewesen.
In der laufenden Saison stand Prevc zuletzt zwölfmal in Folge auf dem Weltcup-Podest: sieben Siege, drei zweite und zwei dritte Plätze. Während der Tournee sprang er seiner Konkurrenz phasenweise regelrecht davon. Ein Umstand, der ihm den Spitznamen "Domenator" einbrachte. Zum Jahresbeginn 2026 näherte sich sein Leistungsniveau jenem der Verfolger allerdings wieder an.
"Mein Geheimnis ist die konstante, harte Arbeit über den ganzen Sommer hinweg", erklärte Prevc im Gespräch mit der Nachrichtenagentur apa. Das allein erklärte seine Überlegenheit allerdings nicht. Andreas Goldberger, selbst einst Tourneesieger, verwies auf aussergewöhnliche körperliche Voraussetzungen: "Er muss extrem beweglich sein, vor allem in den Sprunggelenken. Das ist wie eine Gabe. Wie eine 'Gummiwurst'. Ein körperliches Talent, das man aber auch umsetzen muss."
Aus Schweizer Sicht verlief der Abschluss durchwachsen. Sandro Hauswirth belegte den 22. Rang, Killian Peier kam nicht über Platz 29 hinaus. Hauswirth entpuppte sich dennoch als positive Überraschung der Tournee. Der Gstaader erreichte als einziger Schweizer viermal den Finaldurchgang und sammelte regelmässig Weltcuppunkte. In der Gesamtwertung landete er auf Platz 17.
Enttäuschend endete das Springen hingegen für Gregor Deschwanden. Der Luzerner verpasste den Absprung, unterlag mit 115,5 m im K.-o.-Duell gegen seinen früheren WG-Kollegen Peier und schied aus. Auch Peier überzeugte mit 121,5 m nicht und belegte den 30. und letzten Zwischenrang. Felix Trunz verfehlte nach 119 m den Einzug in den zweiten Durchgang und musste ebenfalls vorzeitig zusammenpacken.
Der Sieger Tschofenig flog mit weniger Anlauf 137 und 140,5 m weit, Hauswirth erreichte 125 und 132 m.

















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